Leichtathletik mit absurden neuen Regeln

Schon seit vielen Jahren schaue ich mir Leichtathletik sehr gerne an. Was aber am letzten Wochenende bei der Team-EM in Portugal geboten wurde, war eher dazu angetan, soolche Wettkämpfe künftig nicht mehr anzuschauen. Nein, ich meine nicht die Leistungen der Sportler – ich meine die Leistung derjenigen, die sich die neuen Regeln ausgedacht haben.
Wer sich die Regeln etwa zum Ausscheiden bei Langstrecken ausgedacht hat, wird vermutlich den Abend vorher zu lange ins Glas geblickt haben. Wer soll denn bei solchen obskuren Regeln noch den Überblick behalten? Da gewinnt scheinbar überlegen eine Läuferin, die dummerweise in den ersten Runden den Fehler machte, am Ende des Feldes mitzulaufen. Hat sie nun gewonnen, oder hat sie schon zu Beginn verloren? Keine Ahnung…
Oder genau so absonderlich ist die Fehlversuch-Regelung. Das hat mit Sport absolut nichts mehr zu tun, sondern zeigt, wie dilettantisch manche Offizielle vorgehen. Schon Egon Friedell hat es treffend beschrieben: “Nur beim Dilettanten decken sich Mensch und Beruf”.
Bei mir hat es dazu geführt, dass ich nach einiger Zeit den TV-Sender gewechselt habe, nachdem selbst die Moderatoren Schwierigkeiten hatten, die Leistungen der Sportler zu kommentieren.
Liebe Verantortliche: Vergesst Eure neuen Regeln genau so schnell, wie Ihr sie eingeführt habt. Anderfalls bleiben Euch die Zuschauer bei der WM im August bestimmt weg. Nicht die Anpassung an eine sonderbare Regel, sondern die sportliche Leistung sollte zählen.

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