Urlaub auf den Kapverden: Hotel Riu Garopa auf der Insel Sal

Hotel Riu Garopa

Hotel Riu Garopa, Sal, Kapverdische Inseln

24.11.2013: Nein, nicht wie sonst nach Hurghada – diesmal ging es für 10 Tage auf die Kapverdischen Inseln, genauer ins Hotel Riu Garopa auf der Insel Sal. Wärme statt Kälte in Deutschland, schon lange gebucht und im Grunde eine zweite Reha nach meinem Unfall – 10 Tage ausspannen und einfach relaxen. Es gibt sehr viel Positives, aber durchaus auch ein paar – ganz individuelle – Verbesserungsvorschläge, was ich in meinem Bericht zusammengestellt habe…

Die Anreise:

Mittwoch um 5:50 Uhr ist der Abflug geplant. Also heißt es, etwa eine Stunde früher am Münchener Flughafen zu sein. Kein Problem, denn zum einen habe ich schon den Vorabend-Checkin genutzt, den sich TUIfly allerdings auch gleich mit 5 Euro bezahlen lässt. Zum anderen fahren schon Busse und S-Bahn, sodass ich – übliche Ausfälle mal ausgeschlossen um die Zeit – rechtzeitig eintreffen werde. Ein kurzer Blick ins Internet: Der Duty-Free-Shop soll um 5 Uhr öffnen, passt noch für einen kleinen Einkauf.

Am nächsten Morgen zeigt sich, dass sich der Vorabend-Checkin gelohnt hat –  vor der TUIfly-Abfertigung im Zentralgebäude eine riesige Schlange, während ich direkt in den Abflugbereich D gehen kann. Keine Passkontrolle wie sonst – liegt es daran, dass es zuerst nach Gran Canaria als Zwischenstopp geht? Beim Boarding muss ich aber doch noch meinen Pass vorzeigen.

Der Flieger ist voll – und eng, es werden ungemütliche vier Stunden 15 Minuten Flug, an Schlaf ist bei der engen Sitzposition nicht zu denken. Da ist auch das fast ungenießbare „Frühstück“ mit angeblichem Rührei keine Abwechslung. Zum Glück sind etliche Filme auf meinem Tablet, das lenkt ab.

Auf Gran Canaria gelandet, sollen zuerst die Transit-Flieger aussteigen, die Gran Canaria-Urlauber sollen sitzen bleiben. Natürlich gibt es dann doch einige Unverbesserliche, die aufstehen und den Weg blockieren – sie haben die mehrfachen Durchsagen nicht gehört, nicht verstanden oder gönnen anderen wohl nicht den früheren Ausstieg… Vor mir steht auch so ein Typ, der sich wundert, warum so viele Leute sitzenbleiben, obwohl vorne schon einige aussteigen. Es dauert einige Zeit bis der begreift, dass er den Weg blockiert…

Im Flughafengebäude herrscht  zunächst etwas Ratlosigkeit, wo und wie es weitergeht. Auf der Anzeigetafel  ist lange nichts vom Flug nach Sal zu sehen. Hilfreich auch, schon mal die eigene Uhrzeit anzupassen, um die richtige Abflugzeit nicht zu verpassen. Insgesamt ist die Wartezeit nur kurz, dann geht es mit einem neuen, ebenfalls vollen Flieger weiter nach Sal.

Dann, nach ewas mehr als zwei Stunden Flug, Landung auf Sal. Per Bus geht es zum Terminal – und dann heißt es, erst mal vor der Passkontrolle zu warten. Eine endlose Schlange, wohl mit Reisenden mehrerer Flieger, rückt zentimeterweise vorwärts, die Passtellen sind aber auch nur zur Hälfte besetzt. Eine gute Stunde später habe ich mein Visum im Pass. Immerhin, auf das Gepäck muss ich nicht warten, das läuft schon länger auf dem Band umher.

Am Ausgang warten TUI-Mitarbeiter und leiten die Urlauber zum richtigen Bus, der nicht weit entfernt steht. Und endlich Gelegenheit für eine Zigarette… Dann geht es los, mein Hotel, das Riu Garopa, wird als zweites angefahren, die Fahrt dauert nur wenige Minuten. Vom Bus aus sieht man eine eher trostlose, karge Landschaft, fast kein Grün,  dafür viel Unrat an den Straßenrändern. Irgendwie verliere ich bei diesem Anblick die Motivation auf eine Inselrundfahrt. Meine Kamera ist nicht zur Hand, aber auf dem Rückweg kann ich mal ein Foto der eher trostlosen Landschaft schießen.

Karge Landschaft

Im Bus fülle ich schon die Anmeldung für das Hotel aus, was die Reiseleitung empfohlen hat. War auch angebracht, denn allein der Checkin im Hotel dauert wieder ewig. Ich verlasse die Schlange, rauche vor dem Eingang in Ruhe eine Zigarette, gehe wieder rein – und die gleichen Leute stehen immer noch unverändert an der Rezeption… Ich erfahre aber dann selbst, dass es nicht an der Langsamkeit des Personals liegt, ganz im Gegenteil: Die Mitarbeiter  sind ausgesprochen hilfsbereit, erläutern vieles sehr ausführlich, was bei der Größe des Hotels – das ja im Grunde aus zwei spiegelbildlich errichteten Hotels besteht – auch mehr als sinnvoll ist. Gleichzeitig kassiert man übrigens eine Touristengebühr von 2 Euro pro Tag, die seit dem 1.5.2013 erhoben word – bei mir also gleich mal 18 Euro…

Die erste Aufgabe:  Finde das Zimmer – dabei scheitere ich schon kläglich, weil ich bei einem Kreisverkehr die falsche Richtung genommen habe und den Zugangsweg zu meinem Gebäude übersehen habe. Ein freundlicher Mitarbeiter hilft mir dann, zeigt mir den Weg und trägt auch den Koffer die eine Treppe hoch zu meinem Zimmer – wobei Zimmer untertrieben ist.

Weg zum Zimmer

Vom Eingangsflur kommt man in einen großen Raum, der zweigeteilt ist. Zunächst gibt es eine (allerdings wenig gemütliche) Sitzecke, dann geht es zwei Stufen hoch zum Schlafbereich.

Sitzbereich

Gleich neben dem Bett ist eine Whirlpool-Badewanne zu sehen – ungewöhnlich. Gibt es wohl auch nicht in jedem Zimmer, wie ich später erfahre. Dann gibt es noch ein Bad mit zwei Waschbecken und riesiger, gesonderter  Dusche, dahinter eine gesonderte Toilette mit Bidet.

Bett und Whirlpool

Gegenüber dem Bad ist noch ein Raum mit einem großen Kleiderschrank. Allerdings gibt es keine Türen, sondern einen Perlenvorhang davor, und der nervt schon nach wenigen Minuten. Integriert ist auch ein recht großer Safe. Im Zimmer gibt es auch einen Kühlschrank, und ich finde frei große Flaschen mit Trinkwasser – die Flaschen gibt es übrigens jederzeit neu an der Bar.

Perlenvorhang statt Schranktür

Es ist noch recht früh – auf den Kapverden sind wir zwei Stunden vor Deutschland, also Zeit genug, erst den Koffer auszupacken, sich umzuziehen und auf eine erste Entdeckungstour zu gehen. Mit dabei: eine Karte des Geländes. Mein erster Weg führt mich an der Rezeption des Riu Garopa entlang, vor der es eine gemütliche Terrasse gibt.

Lobby-Terrasse

Nach einigen Shops folgt der Eingang zu einem der Hauptrestaurants der Anlage, das Espargos. Das ist allerdings nur zum Frühstück und zum Abendessen geöffnet. Vorbei geht’s dann auch am ersten Spezialitätenrestaurant, dem Mandalay mit asiatischen Speisen. An der Speisekarte informiere ich mich und beschließe, so schnell wie möglich zu reservieren. Das muss immer drei Tage vorher geschehen – und, wie ich später feststelle, möglichst sehr früh an der Rezeption, sonst ist alles ausgebucht…

Eingang Mandalay

An einer großen Showbühne vorbei, auf der Mittags schon immer für die große Show geprobt wird, geht es zum zweiten Hauptrestaurant, das zum Riu Funana gehört und mittags geöffnet , das Ponta Preta – allerdings bin ich dafür nun schon zu spät. Auf dieser Seite befindet sich auch das zweite von vier Spezialitätenrestaurant mit kapverdischer Küche. Ich lese die Speisekarte und glaube nicht, dass ich hier reservieren werde. Wer Fisch mag, sollte hier aber unbedingt mal essen gehen, es soll sehr gut sein.

Auf der Terrasse des Riu Funana mache ich eine erste Pause und gönne mir ein erstes Bier, das man sich entweder selbst zapfen oder an der Bar holen kann. Dann geht es weiter durch die Anlage, vorbei an Bereichen mit Wiese und Palmen und an Plätzen mit weißem Sand. Nach einiger Zeit liegt links die Poolanlage des Riu Funana, die ich zunächst ignoriere. Weiter geht es bis zu einem Ausgang zum Strand. Hier sind auch kleine Duschen und eine Toilette. Nach dem Verlassen der Anlage stehen rechts und links viele Anbieter von Touren, die jedoch nicht sehr aufdringlich sind.

Nun folgt ein Fußweg durch tiefen weißen Sand bis zum Bereich, wo die Liegen beginnen. Durch den Sand stapft man am besten barfuß, was für mich mit den Hüftproblemen sehr anstrengend ist. Alle Liegen sind mit Handtüchern belegt – später erfahre ich, dass man nach 9 Uhr morgens fast keine Chance mehr hat, eine freie Liege zu finden. Ich finde die Strandbar, hinter der gerade Boccia und Volleyball gespielt wird. Ein Rettungsturm ist auch zu sehen, an dem heute eine rote Flagge weht – also Badeverbot im Meer. Am nächsten Tag bin ich übrigens wieder am Strand, um ein paar Fotos zu machen – da weht die gelbe Flagge, und ein paar – aber wenige – Leute sind auch im Wasser, das für meinen Geschmack viel zu kalt ist. Für kleine Kinder ist der Strand auch weniger gut geeignet, es geht ziemlich schnell in die Tiefe.

Strand

Nach einer kleinen Pause an der Strandbar habe ich ziemlichen Hunger, also zurück in die Anlage. An den Funana-Pool grenzt ein Restaurant an, das gerade geöffnet ist und ein paar Snacks anbietet, ideal für den Hunger zwischendurch. Abends ist hier wohl das dritte Grill-Spezialitätenrestaurant. Als ich eintreffe, ist es sehr leer – so habe ich es dann nie wieder erlebt…

Restaurant nahe Strand

Nach einem ausgiebigen Nachmittagssnack geht’s zurück, irgendwie nehme ich den falschen Weg, denn eigentlich wollte ich noch dem Garopa-Pool einen Besuch abstatten. Gut, dass kann ja auch am nächsten Tag noch geschehen. Ich lande wieder auf der Terrasse des Garopa und lasse den Nachmittag mit einem ersten Cocktail von der Bar ausklingen.

So langsam merke ich auch die Müdigkeit aufkommen, denn die Nacht vorher habe nur ein, zwei Stunden geschlafen. Aber ich kämpfe dagegen an gehe zuerst zurück ins Zimmer, um zu duschen und die Kleidung zu wechseln. In Deutschland ist es bereits 22 Uhr, und ich will hier aber noch das erste Abendessen genießen.  Im Zimmer probiere ich natürlich auch gleich den kleinen Flachbildschirm aus – ich finde ZDF, RTL und Sat1, aber nicht ARD und Eurosport, die es hier ebenfalls geben soll. Das ändert sich aber am nächsten Tag, denn ich mache einen Sendersuchlauf direkt am Samsung-Fernseher und habe plötzlich einige neue Sender, darunter auch die beiden vermissten. Sehr gut, die Fußballübertragungen am Freitag und Dienstag sind somit gesichert…

Dann geht’s in Garopa-Restaurant, ins Espargos, das auf den ersten Blick total überfüllt wirkt. Ich finde dennoch einen freien kleinen Tisch und kann mich dann vom wirklich riesigen Büffet bedienen, das keinerlei Wünsche offenlässt. Ob Pizza, Nudeln in allen Variationen, fertige Salate mit und ohne Fisch oder Fleisch, Fleisch, Fisch, vegetarische Küche – alles immer wieder direkt frisch zubereitet und ausreichend vorhanden. Bei der Auswahl dürfte wirklich für jeden etwas dabei sein – und es schmeckt hervorragend. Bekanntlich bin ich etwas heikel bei Speisen, aber das Essen ist wirklich gut, auch die Nachspeisen. Der Kuchen erinnert mich an den leckeren Kuchen aus Ägypten, im Sunrise Holiday Resort, er ist mindestens ebenbürtig. Ich sehe schwarz – das wird sicherlich eine kleine Gewichtszunahme werden…

Positiv: Über den Speisen stehen kleine Schilder in mehreren Sprachen. Wenn ich die immer gelesen hätte, wäre mir da folgende Malheur nicht passiert: Ich denke, da sind leckere Kroketten, in Wirklichkeit handelte es sich um kleine Fischbällchen – mit einem sehr eigenartigen Geschmack. Man sollte eben erst lesen, dann den Teller füllen…
Der einzige Nachteil: Wirklich gemütlich ist das Restaurant nicht, es ist laut, ständig klappert Geschirr, ständig laufen Leute an einem vorbei.

Ein paar letzte Drinks auf der Terrasse des Garopa (wobei es mitunter schwierig ist, abends draußen einen freien Platz zu finden, es ist gleichzeitig der Raucherbereich), dann geht’s ab zum Zimmer. In Deutschland ist es schon weit nach Mitternacht, und ich schlafe super – die beiden Deckenventilatoren im Zimmer lasse ich laufen, es herrscht so eine angenehme Schlaftemperatur…

Relaxen im Riu Garopa:

Am zweiten Tag wache ich gerade noch rechtzeitig auf, um es zum Frühstück zu schaffen. Auch hier gibt es reichlich Auswahl. Es gibt Brot, Toast, knusprige Sesam- und Mohnbrötchen, jede Menge an leckerem Käse und einiges an Wurst. Für mich toll: Ein Koch produziert immer wieder frisch jede Menge kleine Spiegeleier. Ansonsten gibt es viel Auswahl an englisch geprägten Speisen – das Rührei wird allerdings trotz viel Salz und Pfeffer nicht schmackhaft, es ist eine eher wässrige Brühe. Für mich gibt es aber insgesamt so viele unterschiedlichen Sachen, dass ich morgens immer wieder mal was anderes probieren kann. Nach dem Frühstück reserviere ich auch gleich einen Platz im Mandalay mit asiatischer Küche. Dieses Restaurant scheint sehr gefragt zu sein, denn für Dienstag oder Mittwoch komme ich schon immer zu spät, erst am letzten Donnerstag erwische ich wieder einen freien Platz.

Der zweite Tag besteht im Grunde aus einer weiteren Besichtigungstour durch die Anlage. Diesmal geht’s von meinem Zimmer aus im Uhrzeigersinn los. Erste Station ist der Garopa-Pool, der aus zwei getrennten Becken besteht. Von einem aus kann man direkt Getränke an der Poolbar bestellen. Auch hier gilt: Nach dem Frühstück kann man freie Liegen vergessen, alles ist schon belegt. Und auch hier: Das Wasser ist sehr kalt – wirklich sehr kalt…

Plan der Anlage

Nach einer längeren Pause am Pool geht es weiter. Das hier anliegende Restaurant – abends das Spezialitätenrestaurant mit afrikanischer Küche – ist um diese Zeit total überfüllt. Mein Weg führt mich nun vorbei am sogenannten „Cat’s Cafe“, eine Futterstation für die zahlreichen Katzen, die es auf dem Gelände gibt und die man auch immer wieder auf den Terrassen der Rezeptionen wiederfindet – mal auf den Stühlen dösend, mal unter den Tischen. Die Katzen scheinen alle sehr jung zu sein und sind sehr zutraulich. Gerade liegt auch eine unter meinem Tisch, während ich am Bericht schreibe…

Verschlafene Katze

Nach dem Katzen-Cafe folgt erst ein Kinderbereich, dann ein Spa, dessen Preise allerdings unglaublich überteuert sind. War Ägypten schon teuer bei Massagen, muss man hier noch mehr investieren – nein danke!

Dann erreiche ich das Grillrestaurant am Funana-Pool, finde einen freien Tisch und gönne mir eine Pause. Auch hier gibt es Büffet, allerdings wenig gemütlich diesmal und mit langen Wartezeiten, weil manche Leute sich anstellen und sich dann doch nicht entscheiden können… Weiter geht’s wieder zum Strand, diesmal weht eine gelbe Flagge, ein paar Leute sind auch im Wasser, in einiger Entfernung sind ein paar Kite-Surfer zu sehen. Natürlich ist keine Liege frei, und so bleibe ich einige Zeit an der Strandbar, wo es allerdings keine Sitzplätze gibt. So zieht es mich dann irgendwann wieder zurück, zumal das Stapfen durch den Sand nicht wirklich angenehm ist für meine Hüftprobleme. Zwei Tage lang habe ich als Folge ziemliche Schmerzen, was ich vor allem beim Schlafen merke und weswegen ich immer wieder nachts aufwache – auf den Strand werde ich wohl besser künftig verzichten. Damit ist auch klar, dass ich meinen geplanten Spaziergang in den nahe gelegenen Ort Santa Maria nicht ausführen werde.

Die nächsten Tage geht es dann immer wieder im Wechsel zwischen Pool, Essen und Terrasse. Am Freitag Abend ist es praktisch: Erst noch abends das Länderspiel gegen Italien im Zimmer angeschaut (Getränke von der Bar mitgenommen), dann noch gemütlich zum Abendessen – das passt… Vorher unterhalte ich mich noch mit einem Paar aus Deutschland, das abends eine Einladung von TUI ins afrikanische Restaurant nutzen will. Das Paar erzählt auch, dass sie am Abend vorher eine Show auf der Showbühne angeschaut hatten und wegen der miesen Qualität wie viele andere auch vorzeitig gegangen sind. Eine Show des Animationsteams habe ich mir bisher noch nicht gegönnt…
Der Samstag war ein Highlight vor allem durch den Besuch des asiatischen Spezialitätenrestaurants Mandalay. Ruhige, angenehme Atmosphäre, klasse Auswahl an Speisen – so gut habe ich schon lange nicht mehr gespeist. Schade, dass ich nur noch einmal Gelegenheit habe für einen weiteren Besuch vor meiner Abreise. Reservieren kann man entweder für 19 Uhr oder für 21 Uhr – ich habe mich immer für die späte Variante entschieden. Nach dem Mandalay konnte ich dann direkt zu einer Disco-Veranstaltung mit Musik aus den 60er- bis 90er Jahren gehen. Interessant, wie das überwiegend ältere Publikum bei Musik wie „Satisfaction“ von den Stones ausflippte… Schade, dass ich nicht mittanzen konnte. An dem Abend wurde es ziemlich spät, wohl auch mit etwas zu viel an leckeren Drinks – meinen Wecker am nächsten Morgen habe ich jedenfalls glatt überhört und so das normale und sogar das Langschläfer-Frühstück in den Pool-Restaurants verpasst. Machte aber nichts, es gibt hier ja wirklich nahezu ohne Pause immer irgendwo etwas zu essen. Der Sonntag war dann auch ein reiner Relaxtag mit Ruhe und Lesen – und endlich auch wieder ohne Schmerzen.

Am Nachmittag habe ich mir auch mal einen teuren WLAN-Zugriff erlaubt – eine Stunde kostet sieben Euro, und die Stunde kann auch nur am Stück genommen werden, und das nur innerhalb der nächsten zwei Stunden. Da war Ägypten schon praktischer, das war zwar dort nicht viel preiswerter, man konnte aber mal eine Viertelstunde an einem Tag verbrauchen, den Rest in den nächsten Tagen. Bis der Internetzugang dann mal funktionierte, hat es schon etliche Minuten verbraucht…

Zwei Punkte, über die ich bisher noch kein Wort verloren habe: das Wetter und das Publikum.

Das Wetter: Es ist durchgängig warm, allerdings ist es auch sehr oft bewölkt und windig bisher. Die Sonne kommt immer wieder durch, und dann ist es auch sehr heiß. Am Sonntag in der Früh scheint es sogar mal geregnet zu haben, jedenfalls waren viele Sitzkissen auf der Terrasse nass – okay, das hatte ich ohnehin verschlafen. In manchen Internetforen hatte ich zuvor gelesen, es könne abends kühl werden – ich habe einen Pullover mitgenommen deswegen, den ich aber bestimmt nicht brauchen werde. An einem anderen Tag regnet es heftig, das verpasse ich aber, weil ich im Mandalay sitze und gut speise. Laut Internet soll es nur 5 Regentage im Jahr geben auf den Kapverden – zwei waren also in meiner Urlaubszeit dabei, ohne dass das allerdings störte.

Das Publikum: Von der Altersstruktur her gut gemischt, auch wenn „Senioren“ in meinem Alter überwiegen. Vor allem Paare sind hier, nur sehr, sehr  wenige Alleinreisende wie ich. Die Mehrheit der Gäste kommt aus England, auch Holländer stellen eine sehr große Gruppe, zudem hört man sehr oft Französisch. Deutsche gibt es relativ wenig, zumindest hier im Riu Garopa. Trotz all inclusive – bisher gibt es keinerlei  „Ausfälle“, alles ist bestens und ideal für einen Relax-Urlaub, der für mich ja im Grunde eine Reha darstellt. Nur die wohl  jeden Morgen stattfindende Schlacht um die freien Liegen an Pool und Strand würden mich nerven, wenn mir das nicht letztendlich völlig egal wäre…

Die folgenden Tage verlaufen irgendwie immer gleich, ein ständiger Wechsel zwischen Pool, Restaurants und Lobby-Bar.  Auch eine Show schaue ich mir teilweise an, gut mit einer Gruppe von Trommlern. Abends auf dem Weg ins Zimmer schaue ich meist noch in die Bar Barracuda nahe der Garopa-Lobby, wo auch die Disco-Veranstaltung stattfand. Mal ist da Karaoke, mal etwas Musik – kein Grund, um da lange zu bleiben. Die Diskothek Pacha habe ich bisher noch nicht besucht – irgendwie ist mir das einfach zu spät, es beginnt um 23 Uhr –nach deutscher Zeit also 1 Uhr. Ich setze mich dann lieber noch auf meinen riesigen Balkon und schaue mir ein, zwei Folgen von „Homeland“ an – Getränke habe ich aus der Bar an der Selbstbedienungsstation mitgenommen. So stelle ich mir einen Relax-Urlaub vor…

Praktische Selbstbedienung

Am Mittwochabend gibt es auf dem Weg zum Abendessen im Espargos eine Station mit Mojitos – die es sonst an der Bar nicht gibt. Gute Einstimmung auf meinen kommenden Kuba-Urlaub, allerdings schmeckt der Mojito irgendwie merkwürdig. Da ich am Mittwoch auch wieder am Strand war und einen längeren Fußweg dort unternahm, bereue ich es abends wieder mit heftigen Schmerzen. Es wird wohl doch noch einmal Zeit für einen Check in der Klinik nächste Woche – irgendwas stimmt noch nicht.Der Donnerstag wird der letzte Tag, denn am Freitag ist schon um 10.10 Abholung zum Flughafen. Es war noch ein Ausflug geplant – wenn denn das Bein mitgespielt hätte. Da ich kaum gehen kann, fällt der Ausflug ins Wasser. Abends ist dann Koffer packen angesagt, dann geht es noch einmal ins Mandalay.

Ein Interview-Wunsch an das Management wurde übrigens bislang komplett ignoriert – keine gute Art. Ich hätte viele Fragen gehabt.  Ich ziehe eh schon ein erstes Fazit: Maximal eine Woche ist okay, länger würde ich hier nicht mehr Urlaub machen. Inzwischen merkt man auch beim Essen, dass es morgens und abends immer halbwegs Dasselbe gibt, das Kalbfleisch in allen Variationen lasse ich inzwischen liegen, das ist so zäh wie nur irgendwas.

Dann ist es auch schon vorbei, der Bus kommt auf die Minute pünktlich und bringt uns zum Flughafen. Diesmal geht alles recht schnell beim Checkin und bei der Passkontrolle, in einem Shop kaufe ich noch einen kleinen Magneten als Erinnerung. Der Flug zunächst nach Gran Canaria vergeht ganz schnell, dann ist eine Pause angesagt, die man gut oben auf der Terasse bei einem guten Guiness verbringen kann. Auf dem Rückflug nach München will ich eigentlich auf meinem Fensterplatz schlafen – keine Chance, meine Sitznachbarin ist so unruhig, dass an Schlaf überhaupt nicht zu denken ist. Also ist Lesen angesagt…

Insgesamt war es ein wirklich erholsamer Urlaub, wenn nur die Folgen des Unfalls nicht enorm gestört hätten, denn das führte doch leider zu einigen Einschränkungen. So habe ich von Sal selbst nicht viel mitbekommen, was aber wohl auch kein großer Verlust ist. Was eher nervend war: Ab 10:30 Uhr, wenn ich mit dem ausgiebigen Frühstück fertig war, gab es keinerlei Möglichkeit mehr, am Strand oder am Pool eine freie Liege zu finden. Da waren viele schon am frühen Morgen unterwegs, um mit ihren Handtüchern ihre Liegen zu reservieren…

Strand am Riu Garopa

Die sogenannten Nebenkosten sind zudem völlig utopisch: Eine Massage im Spa sollte ab 70 Euro kosten, Auseihen eines Jetski 80 Euro. Auch die Ausflüge werden so völlig überteuerten Preisen angeboten. WLAN ist möglich, aber viel zu teuer. 120 Euro für eine Woche ist Wucher. Wünschenswert hätte ich ganz persönlich noch einen kleinen Wasserkocher auf dem Zimmer gefunden, um nach dem Aufstehen einen ersten Kaffee auf dem Balkon genießen zu können – das war in Hurghada einfach angenehmer. Wenn die politische Situation es erlaubt, werde ich meinen nächsten Winterurlaub doch wieder im Sunrise Holiday Resort verbringen – nicht so weiter Flug, wesentlich presiswerter und bisher immer schöneres Wetter als auf Sal. Das dauert aber noch…

Vielen Dank auch an TUI – perfekt organisiert und auf Fragen immer schnell und kompetent geantwortet. So macht Reisen Spaß – und entstehen Berichte…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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