Sapsan: Schneller mit der Bahn zwischen Moskau und St. Petersburg

Ab Dezember 2009 wird es so weit sein: Dann wird der neueste Schnellzug, genannt Sapsan (Wanderfalke) die Reise zwischen Moskau und St. Petersburg auf eine Fahrtzeit von weniger als vier Stunden verkürzen. Der Sapsan ist eine Weiterentwicklung des deutschen ICE 3, angepasst an die Breitspurgleise in Russland, und kann theoretisch Geschwindigkeiten von über 400 km pro Stunde erreichen. Das ist aber auf der Strecke derzeit noch so gut wie unmöglich – deswegen die immer noch sehr lange Fahrtzeit.Die Entfernung zwischen Moskau und St. Petersburg beträgt etwa 650 Kilometer. Wenn die Fahrzeit auf rund 3 Stunden und 45 Minuten reduziert wird, kann man sich schnell ausrechnen, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit bei nur  rund 173 km pro Stunde liegt. Denn zwar wird derzeit das Gleissystem auf der Strecke etwas ausgebaut, es gibt aber auch ein weiteres Problem mit der Stromversorgung, die schnellere Fahrten verhindert. Das ist schade, denn könnte man die Kapazitäten des Sapsan voll ausnutzen und in rund zweieinhalb Stunden nach St. Petersburg kommen, dann würde sich sogar für Moskau-Besucher ein Tagesausflug nach St. Petersburg anbieten.

Was wirklich möglich ist, zeigen spanische Züge, die auf einer vergleichbar langen Strecke (rund 620 Kilometer) zwischen Madrid und Barcelona unterwegs sind: Die Strecke schafft der spanische ICE (AVE S 103) in knapp zweieinhalb Stunden. Aber dann müssen die Voraussetzungen auch stimmen – deutsche ICE-Reisende kennen das auch, etwa wenn nach rasantem Tempo zwischen München und Nürnberg anschließend wieder das Tempo stark heruntergenommen werden muss, weil die weitere Strecke noch nicht an Hochgeschwindigkeitszüge angepasst wurde. Wesentlich konsequenter als in Deutschland – hier werden ja immerhin der ICE und seine Nachfolger wie der Sapsan produziert – werden die Strecken in Frankreich ausgebaut…

Dennoch ist es gut zu wissen, dass die Verbindung zwischen den beiden wichtigen russischen Metropolen schneller als bisher zurückzulegen ist. Fünf neue Züge sollen ab Dezember starten, in Moskau vom Leningrader Bahnhof (Leningradskij Woksal) aus, drei weitere sollen im Januar hinzukommen.

Der Leningrader Bahnhof:
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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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