Moskau wird Ruf als teuerste Stadt gerecht: Viele Preise sind ab 1. Januar 2010 gestiegen

Was mir bei meinem Moskau-Besuch aufgefallen ist: Viele Preise sind zum Teil drastisch gestiegen. Das merkt man nicht nur bei den Fahrpreisen mit dem Airport-Express, der pro Person und Fahrt nun 250 Rubel, umgerechnet etwas mehr als 8 Euro, kostet. Übrigens bin ich im Zug zum ersten Mal bei Hin- und Rückfahrt kontrolliert worden. Vor allem die vielen Metro-Fahrer werden aber von höheren Fahrpreisen betroffen, kostet doch die Einzelfahrt nun 26 Rubel (60 Cent) statt 22 Rubel wie noch 2009. Wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, zahlt 24 Rubel, wenn er im Vorfeld das Ticket kauft – beim Fahrer wird es noch einmal teurer. Bei Russland aktuell gibt es zu dem Thema mehr zu lesen.Auch die Pendler, die per Bahn in die Stadt wollen, trifft es in Zeiten der Wirtschaftskrise hart: Hier haben sich laut einem neueren Bericht von Russland aktuell die Preise gar verdreifacht.Kein Wunder, wenn da vermutlich die Zahl der Schwarzfahrer (oder „Hasen“, wie ma in Moskau sagt), drastisch steigen wird.

Ich selbst habe es an einigen Kleinigkeiten auch gemerkt: Zigaretten etwa sind zum Teil – zumindest in den Shops, in denen ich mich erkundigt habe – deutlich teurer geworden. Und auch einige Gebühren bei Ämtern haben sich Ende Januar von einem zum nächsten Tag verdoppelt – für eine bestimmte Bescheinigung beim Meldeamt etwa hätte ich am 28. Januar noch 200 Rubel zahlen müssen – leider war das Büro an dem Tag geschlossen. Am 29. Januar musste ich 400 Euro hinblättern.

Gut, vergleicht man mal die Preise für Monatskarten für München und Umland mit Moskau und Umland, , dann kann man hier eigentlich nur lächeln – die teuerste Monatskarte für Moskau kostet rund 50 Euro (siehe ersten Link oben), ich zahle für die Gesamtnetzkarte hier rund 65 Euro, wenn ich erst ab 9 Uhr starte – meine reguläre Monatskarte von daheim ins Münchener Zentrum kostet schon 130 Euro, wobei ich dann aber längst nicht im ganzen Verkehrsnetz unterwegs sein kann.

Nur sollte man nicht vergessen, dass der reale Durchschnittsverdienst in Moskau bei etwa 500 Euro im Jahr 2009 lag, was etwa 20.000 Rubel entspricht. Da überlegt man dann doch wohl eher, rechnet man Mieten und sonstige Nebenkosten fürs tägliche Leben ein, ob man 1000 oder 2000 Rubel für Monatskarten ausgeben mag. Die vielen Preisteigerungen treffen die so genannte „Generation Putin“ also ziemlich heftig, wie ma auch in einem Stern-Bericht von 2009 schon nachlesen konnte…

Reisewilligen Russen aus Moskau kann man eigentlich nur empfehlen, irgendwie ein Schengen-Visum zu beantragen und etwa von Deutschland aus zu verreisen – in Moskau zahlt man im Reisebüro oft das Drei- bis Vierfache und noch mehr für identische Reisen. Da lohnt sich selbst der Flug in die EU.

Das habe ich selbst erlebt, als ich mal kurzfristig einen gemeinsamen Urlaub für meine Frau und mich in Kroatien organisieren wollte – in Moskau musste ich für meine Frau etwa das Fünffache des Preises zahlen, den ich von Deutschland aus zahlen musste – und wir hatten nach langer Suche wirklich eines der günstigsten Reisebüros ausgesucht… Weil es nicht anders möglich war, bin ich damals mit dem Auto aus München angereist, meine Frau per Flieger aus Moskau… Das ist ein paar Jahre her, aber es hat sich bei den Preisen in Moskau wenig verändert, eher noch verschlechtert.

Vielleicht sind solch hohe Preise inzwischen ein Grund, warum bei meinem jüngsten Ägypten-Urlaub nur wenige Russen im Hotel anwesend waren…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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