Westerwelle zeichnet sich durch „Weitblick“ aus: Schneeschippen durch Hartz IV-Empfänger. Und im Sommer?

Unser bekannter Primitiv-Rhethoriker und Fremdssprachen-gewandter Außenminister Guido Westerwelle hat es doch am Wochenende tatsächlich geschäfft, drängende Probleme der Gegenwart unter einen Hut zu bringen: Hartz IV und Klimakatastrophe. Steckt doch mehr Qualität in ihm, als alle „linksextremen Birnen“ und sozialdekadente Kritiker bisher dachten? Denn jeder junge und gesunde Hartz IV-Empfänger müsse sich für zumutbare Arbeiten wie Schneeschippen heranziehen lassen, so Westerwelle . Genau, Herr Außenminister, das sollte auch das ganze Jahr über konsequent durchgezogen werden. Denn mit dieser Klimakatastrophe werden wir ja bald auch im Juli und August meterhohe Schneeverwehungen in deutschen Landen haben – da müssen die faulen Säcke eben immer bereit sein zum Schippen… Oder zum Eishacken vor Hiddensee – zumutbar ist doch alles…

Diese Anregung zum Schneeschippen muss man einfach noch konsequenter weiterdenken. Was lernen wir aus dem aktuellen Winter: Streusalz ist nahezu überall Mangelware. Da könnte man doch erwarten, dass alle jungen und gesunden Hartz IV-Empfänger eine Menschenkette bis zur nächsten Wüste bilden und so genügend Sand zum Streuen ins Land bringen.

Okay, so viele „Schmarotzer“ wird es doch wohl nicht geben, das dürfte selbst Herr Westerwelle wissen – aber Olympia hat es vorgemacht: Ein Sand-Staffellauf wäre ja auch denkbar. Weiß zufällig jemand, wo die nächste Wüste liegt?

Ja, ich bin völlig einer Meinung mit Herrn Westerwelle: Statt der nächsten Hartz IV-Zahlung werden Schneeschaufeln als Naturalien ausgegeben – statt Geld will Westerwelle ja auch Bildungsgutscheine verteilen. Und im Sommer kommen noch Eimerchen, Schaufel  und Förmchen hinzu. Wozu? Dämme bauen natürlich gegen mögliches Hochwasser. Klimakatastrophe – schon vergessen?

Und damit wir nicht wieder bei Schnee auf Streusalz verzichten müssen (obwohl – wenn wir genügend Schneeschaufler haben, brauchen wir dann noch Salz?), sollten Hartz IV-Empfänger (wie gesagt, aber jung und gesund sollten sie sein) auch wieder in vielleicht stillgelegten Salzbergwerken zum Einsatz kommen. Oder Salz aus Meerwasser filtern und in Salinen arbeiten (nein, die auf Mallorca sind tabu, das fehlte noch, erst Ballermann 6, dann Saline 7…). Die Sozialgemeinschaft wird es Westerwelle schon danken. Ich sehe schon bald ganze Kolonnen von Hartz IV-Empfängern auf Autobahnen wie der A44 schneeschippen und eispickeln… Freie Fahrt für die alle Nicht-Sozialstaat-Schmarotzer also!

Ich hätte da noch einen weiteren Vorschlag, der den Umweltschutz weiterbrimgt: Bewegung is ja gesund, Benzin teuer, Fahrradfahren ist angesagt. Genau: Jeder Nicht-Hartz-IV-Empfänger sollte ein neues Fahrrad bekommen: ein Tandem, hinten drauf ein gesunder und junger Hartz IV-Empfänger, der ja gefälligst das Treten übernehmen kann. Wäre doch praktisch: Bei Regen hält er noch einen Schirm, bei Schnee die Schneeschaufel in der rechten Hand, links das Eimerchen mit Sand oder Salz. Also das, Herr Westerwelle, finde ich wirklich zumutbar.

Apropos jung und gesund: Die demographischen Entwicklung in Deutschland, wie sie etwa hier dargestellt ist, dürfte Westerwelles Plänen bald einen Strich durch seine Rechnung machen.

Ach ja: Alle Rechnungen für Schneeschaufel & Co. sind am besten an die Bundesgeschäftsstelle der FDP in Berlin einzureichen. Herr Westerwelle wird sie bestimmt abzeichnen – bestimmt gibt es ja wieder rechtzeitig neue Spenden aus der Hotellerie…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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