SPD-Politiker Sebastian Edathy – und wie man sich auf Facebook gehörig blamieren kann

15.9.2011: Wer sich in die Hände der Facebook-Nutzer begibt, kann schon mal tief fallen. Das erlebte auch der SPD-Politiker Sebastian Edathy erst kürzlich, als er auf Facebook einen Kommentator frei nach dem bekannten Zitat von Götz von Berlichingen beantwortete. Da hat sich aber jemand ganz schon weiit aus dem Fenster gelehnt – und, wie bei Heise Online nachzulesen ist, sieht Edathy mit einer sehr eigenwilligen Begründung keinen Grund für eine Entschuldigung. Worum  ging es denn?

Edathy hatte Bilder von Politikern auf seiner Facebook-Seite eingestellt – und es wagte doch tatsächlich jemand nachzufragen, ob Edathy auch die Nutzungsrechte an den Bildern hat. Unter dem Hintergrund, dass Edathy Mitglied des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages ist, ist es also um so verwunderlicher, dass Edathy zum einen ziemlich schnell zu pöbeln anfing. Zum anderen gibt seine Antwort auf ein Anfrage die ihm die Welt-Redaktion stellte, tiefe Einblicke in den Charakter eines angeblichen Nachwuchspolitikers. Ich zitiere mal aus dem Welt-Bericht (Auslassung von mir wegen hier irrelevanter Namensnennung):

” Die [...] geltend gemachten Maßstäbe würden übrigens dazu führen, dass ein Drittel aller Facebook-Einträge überhaupt gelöscht werden müssten”.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Da istein bis dahin angesehener Politiker, der sich doch schon aufgrund seine aktuellen Position  mit der Rechtslage auskennen sollte, nicht nur dünnhäutig und ausfallend, sondern sieht das Ganze frei übersetzt so: Weil doch viele ihren Müll im Wald ablagern, kann ich das doch auch tun.

Da weiß man doch nun wirklich, warum Politiker nicht wirklich in einem guten Ruf stehen…

Ja, so ist das nun mit der Öfffentlichkeitsarbeit – das ist wohl ziemlich schief gegangen. Und weil Edathy ja auch für die Vorratsdatenspeicherung ist, habe ich diesen Vorgang gleich mal als Vorrat gespeichert… Schließlich sollte man an solche Vorfälle auch kurz vor den nächsten Wahlen noch denken (ich hab mir das mal auf Termin gelegt…)… Und die nächsten Wahlen kommen bestimmt…!

Übrigens: Wenn man sich die Homepage des Politikers anschaut und nach dem Impressum sucht, muss “Kontakt” anklicken (klar, wo jeder auch das Impressum sofort sucht, auch wenn man dort vielleicht eher ein Kontaktformular erwartet) . Das ist zwar noch so gerade im weitesten rechtlichen Rahmen laut §5 Telemediengesetz akzeptabel, aber auch nicht ganz astrein – ich habe jedenfalls mehr als zwei Klicks gebraucht, um es zu finden, im Unterschied zur Meinung hier.

Wie auch immer: Da sollte sich niemand wirklich wundern nach solchen Auftritten, dass immer weniger Bürger Interesse an einer Wahlbeteiligung haben…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar

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