David Baldacci: Die Kampagne

Inzwischen habe ich so einige Bücher von David Baldacci gelesen, darunter die drei Bände der King/Maxwell-Reihe, die ich ausgesprochen lesenswert fand. Als ich mal wieder im Buchladen war, fiel mir das Taschenbuch „Die Kampagne“  ins Auge. Hier hat mich schon der Text auf der Rückseite neugierig gemacht: „Ich bin tot. Ich wurde ermordet.“ Und es ging um Russland. Klar, dass ich das Buch sofort mitnahm. Baldacci gestaltet hier einen beeindruckenden Roman um das so genannte Perzeptionsmanagement, einen Begriff, den laut umstrittenen  englischem Wikipedia-Eintrag das US-Militär ins Leben gerufen hat. Wenn es denn stimmt, was der Beitrag dort schreibt, dann könnte man diesem Begriff eine durchaus wichtige Bedeutung zusprechen, oder? Im Grunde geht es wohl darum, dass mit Hilfe der Medien (TV, Rundfunk, Zeitungen, Internet) falsche Wahrheiten als echt verbreitet und von den meisten Empfängern dann als echte Meldungen akzeptiert werden. Wie so etwas funktionieren kann, könnte man anhand der Entstehung des Irak-Krieges ein wenig nachvollziehen:

Denn wenn ich mich so recht erinnere, hat die amerikanische Regierung in den Medien alles getan, um Irak oder genauer Hussein den Besitz gefährlicher ABC-Waffen zu unterstellen. Einen Beweis blieb die amerikanische Regierung  zwar schuldig, dennoch reichte das Anschuldigungspotential aus, um im März 2003 zusammen mit einigen militärischen Verbündeten eine Invasion des Iraks zu starten.

Übrigens ohne Legitimierung durch den UN-Sicherheitsrat, wie sie in der UN-Charta eigentlich vorgeschrieben ist. Der offizielle Vorwurf, der Irak habe Massenvernichtungswaffen und sei zudem auch am Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York beteiligt, hat sich im Nachhinein als Falschaussage erwiesen, wie auch der damalige Präsident Bush in einem Interview später zugegeben hat.

Gut, die Bewertung dieses angeblichen Präventivschlages durch die USA mögen andere vornehmen – aber das Beispiel zeigt, wie Perzeptionsmanagement funktionieren kann. Dass der Einfluss der modernen Medien sehr stark ist und damit auch immer sehr kritisch hinterfragt werden sollte, belegen auch Beispiele allein aus der Blogger-Welt, als das Unternehmen Jack Wolfskin sich mit fragwürdigen Abmahnungen sehr negativ hervortat und es im Web eine Vielzahl an Kommentaren dazu gab (siehe auch meinen Beitrag dazu). Was letztendlich zumindest bei mir bis heute immer noch dazu führt, dass ich in dem Augenblick, wenn ich mal wieder Werbung von Jack Wolfskin sehe, an die Ereignisse von 2009 zurückdenke und mir aufgrund der Erahrungen sage: Nein, so etwas von dieser Firma will und werde ich nicht kaufen.

David Baldacci – um zum Buch zurückzukommen – überspitzt das Thema natürlich, aber der Roman zeigt auch die möglichen Gefahren in der medien-gesteuerten Welt, verbunden mit Action – für mich ein sehr lesenswertes Buch mit vielen Denkanstößen.

Da fäll mir doch spontan ein weiteres Beispiel ein für versuchtes Perzeptionsmanagement: Als alle Welt wegen der Schweinegrippe höchst besorgt war, trat jemand in die Öffentlichkeit, der sich Jane Bürgermeister nannte. Doch es war wohl auch nur ein ziemlich schnell durchschaubarer Versuch, Menschen etwa über das weit verbreitete YouTube zu beeinflussen….

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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