Wenn Freunde nicht mehr da sind… Ein kleiner, trauriger, aber verdienter Nachruf

Lenny und Mohrle 2004

Lenny und Mohrle 2004

31.1.2014: Im Jahre 1999 kam mein Kater Lenny zu mir – zusammen mit seiner Schwester Gina, beide aus dem Tierheim, Lenny im stolzen Alter von 7 Jahren, Gina war 6 Jahre. Es hat nicht lange gedauert, bis sie sich an mich gewöhnt hatten, zunächst in der Wohnung, dann als Freigänger. Das Risiko bei Freigängern ist bekannt – und Gina (die sich mich als engste Bezugsperson ausgewählt hatte) wurde überfahren und starb leider viel zu früh. Lenny wurde wohl angefahren und verlor ein Hinterbein – aber er war und blieb ein Freund, bis er im hohen Alter von unglaublichen 21 Jahren im Oktober 2013 starb. 2004 kam nach dem Tod von Gina ein neuer Kater als Freund für Lenny hinzu: Mohrle. Ebenfalls aus dem Tierheim, 3 Jahre alt,  frisch operiert, nachdem er gerade ein Auge verloren hatte, mit einem weißen Verband um den Kopf. Als er mich mit seinem einen Auge ansah, hatte ich verloren – und genau wie Lenny einen Freund fürs Leben gefunden.Es hat nur kurze Zeit gedauert, bis sich die beiden Kater – so unterschiedlich sie auch im Alter waren – angefreundet haben. Lenny war dabei etwas zurückhaltender, das Vorrecht des Älteren. Er hat Mohrle akzeptiert – auch weil er so voller Vertrauen zu mir war… Er war nie eine Schoßkatze, aber er liebte es, direkt neben mir zu liegen, sich streicheln und kraulen zu lassen – Berührung ja, aber so wie er es wollte. Ich habe niue versucht, ihn zu ändern – und er hat es mir ein Leben lang gedankt.

Lenny
Lenny

Als Lenny dann letztes Jahr im Sterben lag, wich Mohrle nicht eine einzige Sekunde von seiner Seite. Und der Tod von Lenny hat Mohrle unglaublich beschäftigt – er hat ihn genauso vermisst wie ich. Er ging immer wieder mal zu den Stellen in der Wohnung, die Lenny zum Liegen und Schlafen liebte, so als würde er ihn suchen. Und er wurde innerhalb weniger Tage krank – die Leukozyten-Anzahl war so hoch, dass er laut Tierzt damit eigentlich nicht hätte überleben können.

Aber er hat sich wieder ein wenig gefangen, dachten wir jedenfalls alle, denn über Wochen schien alles normal, er war aktiv, hat normal gefressen, machte seine Spaziergänge draußen… Und es war so interessant, dass er genau wie ich beim Liegen immer seinen Kopf etwas höher auf einem Kissen ablegen wollte…

Mohrle

Mohrle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und von einem Moment zum anderen wurde er ganz schwach… Ich kam von der Arbeit und brachte ihn sofort zum Tierarzt, wo man mir wenig Hoffnung machte. Trotzdem wurde alles versucht, ihn zu stärken – doch in der Nacht ist er friedlich und für immer eingeschlafen. Der kleine wurde nur 13 Jahre alt…

Für mich war schon der Tod von Lenny ein großer Schock, hatten wir doch 14 tolle Jahre miteinander verbracht. Jetzt, nur drei Monate später, ist auch Mohrle von mir gegangen, und ich bin sicher, beide sind nun wieder im Katzenhimmel vereint. Ich vermisse beide so sehr – die Wohnung ist leer ohne die beiden. Beide saßen abends immer hinter der Eingangstür, wenn ich nach Hause kam, wollten erst ein paar Minuten Aufmerksamkeit, gekrault werden. Jetzt bleiben nur noch traurige Gedanken und wunderbare Erinnerungen an zwei Freunde, die die letzten 10 bis 15 Jahre unverzichtbarer Teil meines Lebens waren.

Ich werde sie nie vergessen!

Seit 25 Jahren lebe ich mit Katzen zusammen – vor Lenny und Gina gab es Fina, die leider auch von einem Auto überfahren worden ist. Und wenn ich jetzt die Stellen sehe in der Wohnung, wo Lenny und Mohrle immer gelegen haben, bin ich fast schon wieder sicher, nicht lange ohne Katze leben zu wollen. Es gibt im Tierheim sicherlich wieder Katzen, die zu alt oder zu behindert sind, als dass sie jemand haben will. Dabei habe ich bei allen meinen Katzen gemerkt, wie treu, dankbar  und voller Zuneigung gerade solche Katzen sind…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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