Circa 12 Millionen Einwohner, dazu viele Menschen, die von außerhalb nach Moskau anreisen – das stellt hohe Anforderungen an den öffentlichen Verkehr. Vor allem in den Stoßzeiten morgens und abends gibt es oft ein ziemliches Chaos auf den Straßen und unter der Erde.Besonders populär (und auch sehr preiswert für unsere Verhältnisse) sind die schnellen U-Bahnen. Diese transportieren jeden Tag rund neun Millionen Menschen. Wer nicht direkt in Moskau, sondern außerhalb wohnt, nutzt meist die Eisenbahn. In Moskau selbst stehen auch Busse und Straßenbahnen zur Verfügung, ebenso Trolley-Busse, die elektrisch durch ein Kabel über der Straße angetrieben werden. Besonders beliebt sind aber die Express-Mini-Busse, weil sie häufiger fahren und meist schneller sind als normale Busse.
Dass viele auch mit dem Wagen unterwegs sind, sieht man an den überfüllten Straßen – ich möchte dort aber nur ungern selbst fahren, jedes Abbiegen wird da zu einem Abenteuer… Und natürlich gibt es auch Taxis – wer als Tourist zu erkennen ist, sollte die russische Sprache ein wenig beherrschen, um einen scheinbar fairen Preis auszuhandeln – und der liegt dann mit Sicherheit noch immer deutlich über dem, was Einheimische zahlen würden.
Alle U-Bahn-Stationen sind am Zeichen „M“ sehr gut zu erkennen – das Zeichen für Metro. Um zu den Bahnsteigen zu gelangen, muss man ein Drehkreuz passieren, indem man dazu seine Fahrkarte einsteckt. Fahrkartenschalter gibt es in jeder Metro-Station. Meist führen dann lange Rolltreppen in die Tiefe und auf Bahnsteige, auf denen Touristen zunächst staunend die oft wunderbare Gestaltung bewundern. Einfach sehenswert und unbedingt zu empfehlen!
Alle Metro-Linien sind nach Farben aufgeteilt, was eine erste Orientierung ermöglicht. Hilfreich sind natürlich Kenntnisse der kyrillischen Sprache, um überhaupt die Beschriftungen lesen zu können. Manche Stationen sind zudem ein wahres Labyrinth, insbesondere dann, wenn mehrere Linien dort halten. Dann muss man etwa zum Umsteigen durchaus längere Wege gehen – vorausgesetzt man findet diese und weiß wohin. Ohne Führung hätte ich mich dort heillos verlaufen…
Wenig empfehlenswert für Touristen ist es, in den Hauptverkehrszeiten (morgens zwischen 8 und 19 Uhr, abends zwischen 18 und 20 Uhr) mit der Metro unterwegs zu sein. Da wird geschoben und gedrückt ohne Ende.
Viele Busse, Straßenbahnen und Trolly-Busse sind übrigens ebenfalls mit Drehkreuzen ausgestattet, die sich nur durch Benutzen der magnetischen Fahrkarten öffnen. Ist ein Drehkreuz vorhanden, ist auch nur der Einstieg an der vordersten Tür erlaubt. Solche Fahrzeuge mit Drehkreuz lassen sich an einem speziellen Zeichen erkennen: ein Kreis mit einem durchkreuzten Hasen (als Hasen werden übrigens in Russland die Passagiere bezeichnet, die ohne gültigen Fahrschein unterwegs sind. Seit Einführung der Drehkreuze hat die Zahl der Schwarzfahrer auch deutlich abgenommen. In Fahrzeugen ohne Drehkreuz befinden sich Stempelautomaten.
Fahrkarten lassen sich in speziellen Ticket-Shops kaufen, auch bei den Schaltern in der Metro sind sie erhältlich. Es ist aber auch möglich, sie direkt beim Fahrer zu erwerben – wenn der Sie versteht, denn Englisch oder Deutsch ist nicht gerade weit verbreitet… Und wie überall gilt: Wird man ohne Ticket erwischt (und Kontrollen sind sehr häufig!), kostet es richtig viel Geld. Punta: Für die Fahrt mit den Express-Minibussen sollten Sie das Ticket nur beim Fahrer kaufen.
Offizielle Taxis, die Sie direct an der Straße stoppen oder auch zu bestimmten Zeiten vorbestellen können, lassen sich an der gelben Farbe und einem „T“-Zeichen erkennen. Damit fahren Sie auf jeden Fall sehr gut (Naja, die Autos selbst und manche Fahrweise lassen einen manchmal ins Grübeln kommen…). Daneben bieten viele auch so genannte private Taxis an – wer etwa am Flughafen ankommt, hat oft wahre Trauben von Taxifahrern um sich herum.
Beliebt ist es auch, Privatautos anzuhalten und zu fragen., ob man mitgenommen wird. Aber wichtig für Touristen: Niemals mit Unbekannten zusammen in ein Auto einsteigen, und vor allem den Preis aushandeln, bevor man ins Auto steigt!
Eine Vielzahl von Menschen sind täglich mit der Eisenbahn unterwegs, etwa um zur Arbeit zu fahren oder abends heim zu fahren oder um in andere Städte zu reisen. Es gibt 9 Bahnhöfe in Moskau: Belorussky, Kazansky, Kievsky, Kursky, Leningradsky, Pavelezky, Rigsky, Yaroslavsky and Savelovsky. Drei davon – Leningradsky, Kasansky and Yaroslavsky – sind am Komsomolskaya Platz zu finden. Dieser Platz (“Square”) wird daher oft auch nur als Platz der drei Bahnhöfe bezeichnet.
Punta: Natürlich lässt sich auch ein Schiff für Ausflüge nutzen (was bei Kälte aber nicht gerade ein Vergnügen ist). Es gibt zwei Ablegestationen, den Nördlicher Flussbahnhof and den Südlicher Flussbahnhof. Die Schiffe fahren etwa von Mitte Frühling bis Mitte Herbst und sind eine fantastische Gelegenheit, von der Moskva aus viele Sehenswürdigkeiten anzuschauen.