Erfahrungsbericht: Samsung SGH-D880

Nachdem ich es leid war, immer zwei Handys mit mir herumzuschleppen – eines für das Büro, eines für private Verbindungen -, werkelt nun das Samsung SGH-D880 bei mir: Es nimmt zwei SIM-Karten gleichzeitig auf, und damit erspart es mir das zweite Handy. Mit einem Tastendruck kann ich auch zwischen beiden SIM-Karten umschalten und so mal beruflich oder mal privat telefonieren. Das ist ausgesprochen praktisch. Nach etwa einem halben Jahr  Einsatz kann ich nun einen guten Erfahrungsbericht schreiben.

In der Praxis zeigt sich: Die Qualität beim Sprechen und Hören der ersten SIM-Karte ist sehr gut, die der zweiten SIM-Karte ist schwächer und trotz aller Tricks, die es etwa im entsprechenden Samsung-Forum gibt, nicht sehr zu verbessern. Laut Hersteller-Support  akzeptiert das Handy nur eine 1 GB-Karte als Erweiterung, ich habe eine 2-GB-Karte drin, die dennoch normal arbeitet. Allerdings sind bei der Zusammenstellung von MP3-Songs dennoch Grenzen gesetzt, die wohl aus der 1-GB-Kartengrenze stammen. Die Alben verkraften nur eine begrenzte Anzahl von Songs. Okay, ich habe eh einen kleinen  MP3-Player mit mehr Speicherkapazität, den ich dem Handy vorziehe, zumal ich bei dem den Kophörer nutzen kann, den ich besser finde.

Die integrierte Kamera nutze ich nur ganz selten, die Qualität ist einfach nur mies. Das Radio ist ebenso gut nie im Einsatz, da ich die mitgelieferten Kopfhörer nicht gut finde – die dienen ja auch als Antenne.

Die Akku-Kapazität finde ich für ein Business-Hady eher sehr enttäuschend. Vermutlich liegt es daran, dass zwei SIM-Karten immer Verbindung suchen. So oft, wie ich das Samsung-Handy aufladen muss, havbe ich schon lange kein anderes Handy mehr aufladen müssen. Für Trips über drei, vier Tage empfiehlt es sich unbedingt, das Ladegerät mitzuführen.

Wenig befriedigend finde ich auch die Möglichkeit, Klingeltöne in Form von MP3 zu nutzen. Die müssen nämlich aufs Handy kopiert werden, und da ist nicht allzu viel Platz. Es reicht nicht, sie auf der Speicherkarte zu haben. Mitunter müssen MP3s noch zusätzlich von der Wiedergabequalität angepasst werden – manchmal werden sie enfach vom Handy nicht erkannt, auch wenn PC und Player sie einwandfrei abspielen.

Was mich aber am meisten stört, ist die Staubempfindlichkeit. Nach nur einem halben Jahr ist inzwischen so viel Staub unter dem Display, dass es richtig stört. Mein altes Sony Ericsson konnte ich selbst reinigen, beim Samsaung SGH-D880 habe ich noch keine Idee, wie das geht. Ich frage mich, wie das nach zwei Jahren aussehen mag. Solche Probleme hatte ich übrigens noch bei keinem Nokia-Handy, die ich vorher einsetzte. Mein altes Nokia 6310i ist im Auto immer noch im Einsatz – ohne Macken, ohne Staub, obwohl ich es lange ebenso wie das Samsung-Handy eingesetzt habe.

Zu Internet-Fähigkeiten kann ich nichts sagen, da ich das Handy nie dafür nutze und alle Einstellungen gelöscht habe. Was aber absolut nervt, ist die Tatsache, dass ein Druck auf die OK-Taste immer versucht, eine (nicht mögliche) WAP-Verbindung aufzubauen – und eine Umbelegung dieser Taste ist nicht möglich.

Während ich nach den ersten beiden Monaten noch angetan und zufrieden war,  bin ich inzwischen zum Fazit gekommen, dass ich bald wieder auf zwei Handys umsteigen werde.

Denn die Macken überwiegen inzwischen. Vor allem die kurze Akkulaufzeit stört mich enorm, ebenso die Staubempfindlichkeit, das reduziert einfach die Praxistauglichkeit. Mal sehen, ob es da nicht inzwischen gute und preiswerte Alternativen gibt: Auf eine eingebaute Kamera kann ich eh verzichten, als Musikplayer muss ich auch kein Handy nutzen,  ins Internet gehe ich mit einem Handy eh nicht (hey, auf dem kleinen Bildschirm mag ich selbst angepasste .mobi-Seiten nicht anschauen!). E-Mails lese ich entweder im Büro am PC oder daheim am PC – da brauche ich kein Handy dafür. Und Navigation mit dem Handy? Ich habe im Auto ein tragbares Falk-System (wenn auch mit veraltetem Kartenmaterial, weil mir das Update einfach zu teuer ist – zum gleichen Preis bekomme ich heute ein neues Navi mit aktuellen Karten!), das reicht mir völlig aus. Also reicht mir im Grunde ein ganz einfaches Handy wie das Nokia 6310 – zwar ohne Farbbildschirm, aber dafür kann ich mal einen Kurzurlaub machen, ohne das Ladegerät im Gepäck zu haben.

Fazit: Dieses Samsung-Handy würde ich mir nicht mehr zulegen.

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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