Dritter Eindruck: Samsung B5722

Nach meinen ersten beiden Berichten fehlten noch ein paar Details, die ich jetzt nachtrage. Thema Outlook-Synchronisierung: Während alles unter Windows XP und Outlook 2007 völlig problemlos funktionierte, war es unter Windows 7 und Outlook 2010 nuir möglich, wenn ich Outlook zuvor als Adminsitrator starte, was für den Normalbetrieb nicht nötig ist. Keine gute Lösung, wie ich finde. Übrigens nervt unter Windows 7 nach Anschluss des B5722 an den PC immer noch die Fehlermeldung, ein USB-Gerät werde nicht erkannt. Die verschwindet zwar nach kurzer Zeit, ist aber fehlerträchtig, wenn man keine Geduld hat.

Insgesamt habe ich mich aber schon an die Bedienung des B5722 halbwegs gewöhnt. Das Blättern ist allerdings per Touchscreen nervig, weil das Scrollen so ähnlich wie das Durchlaufen der Scheibeneines Spielautomaten am Ende erfolgt – langsam und schrittweise. Beim Auswählen von Kontakten geht es schneller über die Suche.

Was mich am meisten stört, ist der ziemlich primitive MP3-Player. Zum einen ist es wohl empfehlenswert, entweder möglichst viele kleine Ordner einzurichten und dort ein paar MP3-Stücke zu speichern, als eine lange Liste in einem Ordner zu haben. Ich hatte rund 80 MP3s gespeichert – und das Aufinden eines Stückes geht dann nur mittels lästigem und endlosem Scrollen – eine Suchfunktion, die das abkürzt, gibt es nicht. Wie lästig das sein kann, habe ich heute gemerkt, als ich ein bestimmtes Stück als Klingelton einstellen wollte – es war natürlich ganz am Ende der Liste, ich ich hätte schon fast aufgegeben. Alternative: Viele und kleine Wiedergabelisten einrichten.

Ein kleines Problem: Ich hatte eine Liste von Songs auch auf der Speicherkarte meines Samsung SGH-D880. Dieselbe Karte im B5722 zeigte plötzlich nicht mehr die Titel der Songs, sondern die Alben oder Interpreten. Und es gibt weder am Handy noch per Kies-Software die Möglichkeit, diese Ansicht zu ändern. Es ist ja wenig hilfreich, wenn ich zehn Mal den Interpreten sehe, aber nicht weiß, welcher Titel dahinter steckt… Als ich dann per Windows Explorer die Songs vom Handy – besser4: von der Karte – auf den PC verschoben und dann neu auf die Karte zurückkopiert hatte, waren plötzlich die Titel wieder zu sehen… Warum, ist mir heute ein Rätsel geblieben… Vielleicht hat irgendjemand einen Tipp dazu…?

Soviel zum Test in drei Teilen – nächste Woche wird das Gerät wieder zurückgeschickt, dann kommt der Nachfolger, das Samsung B7722, genauer unter die Lupe. Mal sehen, was sich da verändert oder verbessert hat…

Fazit:

Es hat etwas gedauert, bis ich mich mit der Bedienung des B5722 anfreunden konnte. Die Hauptfunktion – gleichzeitiger Einsatz von zwei SIM-Karten – erledigt das Handy bestens. Wer zudem ein Touchscreen haben will, findet in dieser Preisklasse bis 150 Euro sicherlich nichts Gleichwertiges. Das horizontale Scrollen mit dem Finger geht flüssig, das vertikale Scrollen in längeren Listen ist hingegen eher zäh und ruckartig, so dass es oft auch schwierig ist, den gewünschten Eintrag zu sehen.

Die Sprachqualität fand ich gut, auch der Klang bei der Wiedergabe von Musik ist überzeugend. Das Radio habe ich nicht getestet. Leider fehlt auch eine Klinkenbuchse für Kopfhörer, so dass man auf das Earset von Samsung angewiesen ist, der über die gleiche buchse wie das Lade- und USB-Kabel angesteckt werden muss.

Internet ist möglich, macht aber wenig Spaß. In dem Zusammenhang wollte ich einen alternativen Browser einrichten – das hat weder über Kies noch über die Suche nach einem Browser für dieses Handymodell geklappt. Zwar fand ich eine Opera Mini-Version, die angeblich für dasB5722 geeignet ist, aber das Dateiformat wurde einfach nich akzeptiert.

Die Outlook-Synchronisation gelingt unter XP problemlos, unter Windows 7 benötigt man dafür Admin-Rechte für Outlook. Das ist wenig überzeugend.

Ein Firmware-Update ist nicht möglich und für dieses Handy wohl auch nicht vorgesehen, wie Kies mitteilt. Schade…

Für die Kontaktverwaltung wäre es gut, wenn mehr als zwei Telefonnummern (etwa Büronummer, Privatnummer, Mobilnummer) abgelegt werden könnten. Ich habe nur zwei Speichermöglichkeiten gefunden.

Das Handy liegt bestens in der Hand und sehr kompakt. Aber der Schalter zum Sperren ist ergonomisch meiner Meinung an der völlig falschen Stelle platziert und wird viel zu oft und ungewollt aktiviert.

Insgesamt halte ich das B5722 für brauchbar, wenn es darum geht, statt zwei Handys nur ein Handy mitzunehmen. Es ist aber technisch längst überholt von aktuellen Smartphones, die sich zudem viel einfacher erweitern lassen und einfach mehr bieten. UMTS fehlt leider völlig, was beim Telefonieren und Simsen wenig stört.

Wen das nicht stört, erhält für rund 140 Euro ein Handy, das durchaus Spaß machen kann. Mich hat es als Nachfolger des D880 allerdings nicht überzeugt.

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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