Man nehme: ein großes soziales Netzwerk wie Facebook, ein paar Bilder von weiblichen Schönheiten von Pornoseiten und erschaffe ein interessantes Profil – schon kommt man mit etwas Geduld ganz einfach an militärische Geheimnisse und sogar tolle Jobangebote. So hat es der IT-Experte Thomas Ryan getan und damit Hunderte von Männern genarrt, die in wichtigen Positionen wie etwa Geheimdienst, Armee oder Politik zu finden waren. Was lernen wir daraus: Selbst Cyber-Erotik macht blind, und soziale Netzwerke wie Facebook stellen nicht nur aufgrund ihrer Datenschutzmängeln ein enormes Sicherheitsrisiko dar.
Ihr Name war Robin Sage, 25 Jahre alt und seit zehn (10!) Jahren Profi-Hackerin, Absolventin des MIT – und vor allem bildhübsch. Das allein reichte aus, um immer mehr Freunde aus höchsten Kreisen zu finden, die das Denken beim Angesichts des Profils vollkommen ausschalteten. Weder die Historie noch der Name der Dame machten Vertreter von Geheimdiensten oder des Militärs stutzig – was vor allem bei letzteren die Frage aufwirft, ob sie für ihre Posten wirklich die Richtigen sind. Denn der Name Robin Sage ist gerade in Militärkreisen bestens bekannt – oder sollte bekannt sein. Denn die Operation ROBIN SAGE steht für ein spezielles Training des Militärs, wie man zum Beispiel bei Wikipedia nachlesen kann (viz odkaz 1, Phase 4).
Inzwischen ist das Profil von Robin Sage nicht mehr auf Facbook zu finden, aber Spuren mit Bildern gibt es immer noch, etwa bei Blogger:
Nach kurzer Zeit war Robin Sage so populär, dass sie sogar Einladungen zum Abendessen und Jobangebote bei wichtigen US-Rüstungsfirmen bekam (viz odkaz 2).
Die Geschichte dieses Fakes ist so amüsant wie bedenklich – und zeigt, wie naiv inzwischen die ach so beliebten sozialen Netzwerke genutzt werden. Gesunder Menschenverstand ist nie verkehrt – aber der Fake zeigt auch, wie einfach der mitunter ausgeschaltet werden kann.
Odkaz 1: Wikipedia zu ROBIN SAGE
Odkaz 2: Tagesschau-Bericht zu Robin Sage
