Westerwelle wirft Kritikern „Hirnverbranntheit“ vor

An einen neuen Ton gegenüber Kritikern müssen wir uns wohl in Zukunft leider gewöhnen. Mal wird Kritik als „saudumm“ bezeichnet (siehe hier), nun geißelt der designierte Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle auf dem heutigen FDP-Sonderparteitag Kritik an den geplanten Maßnahmen der Koalition als „Hirnverbranntheit“.

Diese brachiale Sprache, die ich eher am Stammtisch nach dem 10. Bier vermuten würde, zeigt aber vielleicht etwas von den Personen, die solche Ausdrücke in aller Öffentlichkeit verwenden. Es scheint leider nicht mehr zum guten Ton zu gehören, auf unflätige Bemerkungen zu verzichten. Herrn Westerwelle würde ich – gerade als kommendem Vizekanzler – mal die Lektüre des deutschen Grundgesetzes, Artikel 5, Satz 1, empfehlen – soviel zur Meinungsfreiheit. Vielleicht liest er ja auch mal ergänzend von Beginn an, also Artikel 1, Satz 1. Das passt nämlich nicht zu solchen Bemerkungen wie auf dem Parteitag.

Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich von Westerwelle durchaus solche Stammtisch-Parolen erwartet. Leider hat er noch vier Jahre Zeit dafür, sich weiter in dieser rhethorischen Gewandheit zu präsentieren, national und international…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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