Heute gab es ja hohen Besuch in München: Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat sich mit unserer Bundeskanzlerin getroffen. Doch wer hat wirklich die oberste Machtpostition in Russland: Ist es Medwedew, oder ist es weiterhin Wladimir Putin?
Was immer man auch hier in Europa über die Konstellationen in Russland meinen mag, die Meinung der Russen – zumindest die, die ich bei meinen Besuchen dort erfahren habe – ist völlig anders. Von unserer Betrachtungsweise aus sthet Putin doch eher für ein nationalbewussteres Russland, während Medwedew als sein Ziehsohn durchaus als offener Mensch wirkt. Betrachtet man den Besuch von US-Präsident Obama in Moskau, scheint der Ablauf des Besuchs diesen Eindruck nur zu verstärken. Putin als “Hardliner” wird nur ein kurzes Treffen zugestanden. Doch wie offen ist Russland wirklich unter Medwedew? Das wird sich wohl erst noch beweisen müssen. In Russland wird Putin jedenfalls noch immer große Hochachtung entgegengebracht – trotz vieler Änderungen, die er so ganz nebenbei eingebracht hatte, um seine Position zu stärken. Immerhin verbinden viele Russen die Zeit unter Putin auch mit vielen Verbesserungen des täglichen Lebens.
Es wird Zeit, dass endlich die oft angesprochene und schon oft verhandelte Visum-Erleichterung zwischen Russland und der EU in die Tat umgesetzt wird. Erste Absätze wie bei den Fährschiff-Reisenden nach St. Petersburg sind ja durchaus festzustellen. Dann könnte man wirklich mal spontan nach Russland fliegen – zu sehen gibt es dort mehr als genug.
Andererseits kann man durchaus nachvollziehen, dass vereinfachte Einreisebedingungen mit großer Skepsis betrachtet werden – auf beiden Seiten. Beispiel USA: Seit 2001 sind die Einreisebedingungen unter Bush drastisch verschärft worden, und auch trotz Obama ist da bislang noch keinerlei Lockerung zu sehen.
Aber zurück zum Thema: Ich kann es nicht wirklich begründen, aber für mich ist Putin immer noch die stärkste Kraft im Hintergrund…