Vorwürfe gegen Westerwelle wegen Günstlingswirtschaft

Noch nie hat es wohl derart heftige Diskussionen um einen Außenminister gegeben wie dieser Tage um Guido Westerwelle. Allerdings hat auch noch niemand außer Westerwelle soviel Anlass zu Diskussionen gegeben. Denken wir nur einmal an seine Primitiv-Rhethorik der Aussagen über die Hartz IV-Situation. Und bei der Auswahl seiner Begleiter scheint der Außenminister auch kein besonders glückliches Händchen zu haben, wenn man einem aktuellen Artikel bei Welt Online Glauben schenken mag.Ob es wirklich so schlimm ist, seinen Lebensgefährten mit auf Reise zu nehmen? Wohl kaum, so etwas hat wohl jeder Außenminister gemacht. Zum Problem wird das erst, wenn man auch auf anderen Veranstaltungen des Lebenspartners prominent erscheint. Und es dürfte auch nahe liegen, dass man nicht unbedingt die Wirtschaftsvertreter mitnimmt, die mit der Politik des Außenministers wenig übereinstimmen. Nur müssen es dann, wie Welt Online berichtet, Vertreter eines Unternehmens sein, an dem ein Famlienmitglied beteiligt ist? Das hat doch anhand schon dieser beiden Beispiele wahrlich den zarten Geruch von Vetternwirtschaft, der einem ein klein wenig um die Nase streicht….

Wie auch immer, nun scheint das Kasperle-Theater erst so richtig loszugehen. Westerwelle ist empört über die Vorwürfe und unterstellt Kritikern, sie würden persönliche Attacken gegen ihn und seine Familie starten. So etwas gehört sich doch wirklich nicht, grenzt das Ganze doch schon nahe an eine Majestätsbeleidigung…

Obwohl: Majestätsbeleidigung kann es ja nun nicht wirklich sein – die Monarchie ist in Deutschland seit langem abgeschafft.

Und ob es eine persönliche Attacke ist, wenn einige Fakten aufgezählt und hinterfragt werden? Naja, bei Westerwelle bestimmt, sonst hätte er sich ja nicht so geäußert.

Weitere Beispiele gefällig, warum Kritiker bestimmt nicht verstummen werden? Kein Problem, bei FR-online.de kann man sie nachlesen:

  • Auf der Asienreise des Außenministers war Ralf Marohn dabei. Dieser Asien-Experte soll Mehrheitseigentümer und Geschäftsführer der Firma Far Eastern Fernost Beratungs- und Handels GmbH sein. Wer ist rein zufällig an dem Unternehmen beteiligt? Der Bruder von Westerwelle…
  • Ebenfalls beteiligt sein soll das schweizerische Unternehmen Mountain Partners AG. Und der Eigentümer hat doch tatsächlich angeblich 160.000 Euro Spendengeld an die FDP überwiesen…

Okay, das muss ja alles nichts bedeuten (was riecht denn hier nur so merkwürdig…?).

Welche absonderlichen (Wester-)Wellen das ganze Theater schon schlägt. zeigt sich auch daran, dass die Landesregierung in Rheinland-Pfalz mit Landesvater Kurt Beck Aussagen des Auswärtigen Amtes bezüglich Mahron als Unwahrheit bezeichnen. Pikantes Detail dabei: Vor 2006 war Mahron wohl doch in Rheinland-Pfalz aktiv, und welche Partei stellte damals den Wirtschaftsminister: aber sicher doch, die FDP. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Westerwelle ist wohl auf dem besten Weg, für immer im Gedächtnis zu bleiben: als unbeliebtester Außenminister seit Bestehen der Bundesrepublik.

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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