Vorsicht bei Lockvogelangeboten im Internet – zum Beispiel bei Immobilienangeboten

Das klingt doch verlockend für jeden potentiellen Immobilien-Käufer: Privatverkauf einer Wohnung nahezu im Zentrum von München, 2-Zimmer-Wohnung mit 71 Quadratmetern inklusive Garage und Einbauküche für nur 66.000 Euro. Gefunden an diesem Wochenende bei Immobilenscout24.de mit netten Bildern – ich bin sicher, der Link wird nicht mehr lange funktionieren… Ausgerechnet in München, keine schlechte Lage, nahe eines tollen Brauhauses…. Da läuten doch sofort alle Alarmglocken, oder? Zum Schein habe ich mal nach Informationen zu einem Besichtigungstermin angefragt. Die erste Antwort ließ nicht lange auf sich warten – natürlich ist die Wohnung noch frei… Gut, es hätte mich auch im Ernst gewundert, wenn diese Wohnung schon verkauft worden wäre…Hier die erste Antwort – natürlich ohne Namen und ohne jede Anschrift – vom heutigen Sonntag mittag:

Antwort 1

Antwort 1

Also wirklich, das hätte ich nicht erwartet, dass der potentielle Käufer gar nicht mehr in München sitzt, sondern natürlich irgendwo, angeblich in England. Und natürlich muss der Verkäufer irgendeine Regelung treffen für den Verkauf. Klar. Man kann ja nicht immer nach München jetten… Genannt wird eine Organisation namens Rent.com – ob die weiß, was da in ihrem Namen ablaufen soll?

Ich frage in meiner nächsten Mail also nach Details zur Abwicklung. Es dauert nicht lange, dann kommt auch schon die Antwort, natürlich wieder ohne jegliche Kontaktdaten.

Antwort 2: Vorabzahlung wird verlangt

Antwort 2: Vorabzahlung wird verlangt

Welch ein erstaunliches Vorgehen: Ich soll also erst einmal eine „Kaution“ in Höhe von 2 Prozent des Kaufpreises zahlen, also 1.320 Euro. Also erst einmal zahlen, dann soll ich angeblich Schlüssel und Kaufvertrag an meine Adresse zugesandt bekommen. Sollte ich bei der anschließenden Besichtigung nicht zufrieden sein mit der Wohnung, kann ich die Schlüssel ja wieder zurücksenden, und ich würde das Geld zurückbekommen. Natürlich. Das glaube ich wirklich. Es soll ja eine Art Versicherung für den Verkäufer sein.Klingt wirklich glaubhaft…

Das bringt mich auf eine Idee: Ich brauche ja auch eine Art Versicherung. Mal sehen, wie wäre es mit der fiktiven Organisation namens „Safer-Shopping-for-Buyers“? Hier soll der Verkäufer eine Kaution in etwa gleicher Höhe, wie er sie verlangt, hinterlegen. Sobald die Organisation den Eingang des Geldes meldet, werde ich meine Kaution auch bezahlen.

Ob der Verkäufer jetzt noch einmal auf meine Anfrage reagiert? Meine Mail habe ich jedenfalls gerade verschickt…

Meine Anfrage nach 5% Kaution...

Meine Anfrage nach 5% Kaution...

Übrigens: Immobiliebnscout24.de habe ich schon über dieses angebliche Angebot informiert…

Diese Beiträge passen zum Thema und könnten auch interessant sein:

  • Keine anderen Beiträge zum aktuellen Thema vorhanden
Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

  • Website: http://www.digiversum.de


3 Kommentare

Kommentar abschicken»
  1. 1
    Elmar

    Tja, etliche Stunden später hat es dem guten Herrn Joshep Filand nach meiner Mail wohl ein wenig die Sprache verschlagen – oder ist ihm klar geworden, auf welch dünnem Eis er sich gerade bewegt? Auf die Antwort warte ich noch immer…. Eine solche Forderung – doch gefälligst selbst erst einmal Geld zu zahlen – hat er (sie oder es) bestimmt nicht erwartet…

  2. 2
    Elmar

    Schon am Montag morgen war das „Angebot“ nicht mehr erreichbar, Immobilienscout24 hat also schnell reagiert und sich auch per Mail bedankt. Eine Stunde später bekam ich dann eben von Immobilienscout24 eine Massenmail mit einer Warnung vor betrügerischen Angeboten, wo der Anbieter meist im Ausland sitzt und eine Anzahlung will. Hey, das müsste noch besser bei der Firma gesteuert werden, immerhin hatte ich den Hinweis selbst gegeben und brauche dann keine Warnung mehr…!

  3. 3
    Elmar

    Ich habe mir inzwischen mal die IP-Adresse, die man ja im Header der Nachricht bei „Reiceived: from“ nachlesen kann, genauer angeschaut. Laut IP2Location sitzt der Absender der Mail keineswegs in London, sondern in den USA…



HINWEIS: Die Datenschutzerklaerung habe ich gelesen und akzeptiert, wenn ich einen Kommentar schreibe.

Da ich derzeit sehr viele Spam-Kommentare erhalte, kommen alle Kommentare nun zuerst in die Moderation. Es kann also ein wenig dauern, bis ein neuer Kommentar sichtbar wird.

Eventuell zweimal auf Absenden klicken zum Abgeben des Kommentars. Warum das notwendig ist, habe ich noch nicht herausgefunden ...

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst zum Kommentieren angemeldet sein.