USA-Senat stimmt Einreisegebühr für Touristen zu

Klasse, Reisen in die USA werden für uns Deutsche immer „komfortabler“: Neben der obligatorischen Online-Anmeldung jeder Reise und Erfassung von biometrischen Daten und Fingerabdrücken sollen wir jetzt auch noch 10 Dollar Einreisegebühr zahlen. Der Senat hat schon zugestimmt, fehlt nur noch die Zustimmung des Repräsentantenhauses zum neuen Gesetz. Angeblich soll mit dem Geld – das übrigens nur für Touristen gilt, die normalerweise kein Visum für die USA benötigen, 29 europäische Staaten haben ein solches Abkommen – eine Gesellschaft für die Förderung des Tourismus gefördert werden. Bezahlt werden soll schon bei der Online-Anmeldung, die spätestens 72 Stunden vor Abflug erfolgen muss, per Kreditkarte. Na sicher – so kommt die USA neben den Bankdaten auch an die Kreditkartendaten der Urlauber!

Okay, 10 Dollar sind nicht viel und umgerechnet gerade mal 6,50 Euro derzeit, und auch andere Länder nehmen ja bekanntlich Ein- oder Ausreisegbühren wie Kuba. Dennoch muss man das bei den USA einfach in einem größeren Zusammenhang sehen. Auch unter Obama blüht der US-Nationalismus weiter auf, und während sich die USA in vielen Dingen – etwa bei Flugrechten – jede Freiheit herauszunehmen wagen, versagen sie gleiche Rechte anderen, vor allem den Europäern. Irgendwann wird es mit Sicherheit einen großen Handelskrieg geben, da bin ich mir sicher, und das geht nur mit einem einigen Europa.

Es ist eh schon eine Frechheit, wenn auf der Seite, die die Bestimmungen für die Online-Anmeldung erläutert, darauf hingewiesen wird, dass das Ausfüllen des Online-Formulars nur die Erlaubnis betrifft, ein Schiff oder Flugzeug gen USA zu betreten. Wörtlich heißt es da: „Eine elektronische Reisegenehmigung gilt als Nachweis, garantiert jedoch die Bewilligung der Einreise in die Vereinigten Staaten nicht.“ Naja, nach meinen Beiträgen werde ich wohl keine Einreisegenehmigung mehr bekommen…

Völlig abstrus finde ich, wenn dann auch noch das deutsche Visit USA Committee (VUSA) diese Einreisegebühr verteidigt: „Was auch immer für eine Entscheidung die amerikanische Politik letztendlich treffen wird – unsere Hoffnung ist, dass die USA dann in Deutschland als Gesamtstaat im Tourismusmarketing wieder mehr sichtbar sind“, erklärt VUSA-Vorstand Tilo Krause-Dünow. Wer kann die VUSA jetzt wirklich noch Ernst nehmen, Herr Krause- Dünow?

Liebe VUSA-Leute, ich hoffe, genau das passiert, die USA wird mehr sichtbar sein:  als abschreckendes Beispiel. Und es sollte auf europäischer Seite endlich mal gehandelt werden – viele europäische Staaten sind da recht still zu dem Thema, anders etwa zum Glück die Slowakei: Da heißt es heute  im slowakischen Außenministerium ganz offen: „Die EU-Mitglieder überlegen Gegenmaßnahmen. Momentan werden sie die Sache mit amerikanischen Partnern auf allen Foren besprechen. Falls die USA auf der Gebühr bestehen würde, können wir einen ähnlichen Vorgang seitens der EU gegenüber amerikanischen, in die EU einreisenden Staatsbürgern, nicht ausschließen“, sagte der Sprecher des Außensministeriums Peter Stano.

Bravo, kann ich da nur sagen!

Also sollten wir zumindest so schnell wie möglich folgendes einführen (und das ist teilweise ironisch gemeint, teilweise ernsthaft):

  • Generelle Visum-Pflicht für US-Bürger für die Einreise in die EU
  • Einreisegebühr für US-Bürger beim Besuch der EU (in Höhe von mindestens 1000 Dollar) – bei Diplomaten gilt generell der 1oofache Satz
  • Biometrische Erfassung von Daten, Fingerabdruck-Abnahme und zweiwöchige Quarantäne vor der Einreise in den von der CIA inzwischen bekannten Lagern in Europa zum generellen AIDS-und Schweinegrippe-Test
  • Vorherige Online-Registrierung mit Bekanntgabe aller persönlichen Daten wie Bankdaten oder Gesundheitsdaten wie Anzahl und Zeiten der Besuche beim Psychiater

Okay, oft muss man übertreiben, um Aufmerksamkeit zu erzielen, aber zumindest für die Visum-Pflicht für die US-Bürger plädiere ich schon lange.

Gut, dass ich schon ein paar Sehenswürdigkeiten in den USA vor all den neuen Einreisebestimmungen gesehen habe – ich glaube nicht, dass mich ein Besuch der USA die nächsten 20 Jahre unbedingt reizen wird. Ich muss gestehn, Da spielt aber wohl auch noch die absurde Visum-Verweigerung bei meiner geplanten Hochzeitsreise eine Rolle. Auch das „alte Europa“ hat seine wirklich schönen Seiten, die ich bislang noch nicht gesehen habe, aber noch besuchen will – und die kennt auch Mr. Donald Rumsfeld bestimmt nicht… Inzwischen ist es ja fast einfacher, nach Russland zu reisen als in die USA… Gut, wennn ich die Wahl hätte, Moskau oder New York zu besuchen, würde ich Moskau wählen… Aber das ist eine rein persönlich gefärbte Meinung…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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