Terror-Phantom am Münchener Flughafen

Irgendwie fühlt man sich doch halbwegs sicher, wenn man durch die Kontrollen am Münchener Flughafen geht: Alles wird genau durchleuchtet, wenn die Sicherheitsschleuse beim Durchschreiten piepst, erfolgt eine persönliche Prüfung. Kontrolleure am Gerät und vor der Schleuse, ein Beamter nur wenige Schritte entfernt. Und was passierte gestern am Terminal 2 des Münchener Airports: Das Notebook eines Reisenden ergibt eine mögliche Sprengstoffwarnung – und dennoch nimmt der Reisende sein Notebook und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Abflugbereich. Flüge werden gestrichen, ein Riesenaufgebot an Polizei geht auf die Suche nach dem Terror-Phantom, Reisen müssen aus startbereiten Fliegern aussteigen. Und das Ergebnis: Das Phantom ist nicht aufzufinden. So sicher ist der Münchener Airport wirklich!Was das krasse Versagen der Sicherheitskräfte am besten verdeutlicht, sind die langen Zeitabstände der jeweiligen Reaktionen. Und das Ergebnis ist geradezu eine Einladung an Terroristen: So leicht wie in München könnte man kaum woanders die Sicherheitskräfte überlisten… (Naja, die Kontrollen im Flughafen von  Hurghada waren auch eher lächerlich…)

14:35 Uhr:
Bei der Durchleuchtung einesNotebooks wird eine Warnung ausgegeben, dass ein bestimmter Stoff vorhanden ist, wie er auch in sehr vielen Sprengstoffen verwendet wird. Nun müsste eigentlich das Sicherheitspersonal sofort aktiv werden und den Besitzer des Notebooks nicht mehr aus den Augen lassen, um eine zweite Überprüfung vorzunehmen. Denn Fehlalarme gibt es immer wieder mal. Reise ich mit Rucksack, in dem elektronische Geräte sind wie Digitalkamera, eine Playstation Portable und so weiter, wird mein Rucksach auch immer zeimal durchleuchtet… Nein, das Phantom nimmt dagegen sein Notebook und verschwindet. Denn:

14:50 Uhr:
Erst jetzt schlägt die Kontrollstelle Alarm und holt die Bundespolizei. 15 Minuten später! Das war also eine ausgesprochen schnelle Reaktionszeit…!

15:10 Uhr:
Das Terminal wird abgeriegelt – seitdem das Phantom mit seinem Notebook verschwunden ist, sind bereits 35 Minuten vergangen!

Etwa 15:40 Uhr:
Erste Flüge vom Terminal 2 werden gestoppt – also mehr als eine Stunde nach dem ersten Alarm. Vermutlich sitzt das Phantom längst in einem bereits gestarteten Flieger… Am Flughafen herrscht Chaos.

Zum Glück ist nichts passiert. Nur: Sicher werde ich mich nicht mehr fühlen trotzt der Kontrollen, wenn ich meine nächste Flugreise starte.

Das Verhalten der Sicherheitskräfte ist ausgesprochen blamabel. Anders kann man es gar nicht ausdrücken. In dieses Bild passen die gravierenden technischen Mängel, die der Chaos Computer Club aus Hamburg kürzlich am Hamburger Flughafen aufgedeckt hat (und eine Reaktion scheint bis heute nicht erfolgt zu sein). Danach ist es ohne großen Aufwand möglich, die elektronischen Karten von Angestellten, die sie zum Öffnen von Türen vewenden, auszulesen und damit sich Zugang zum Sicherheitsbereich zu verschaffen. Und der Hamburger Flughafen ist nicht der einzige in Deuschland, der dieses System verwendet.

Hauptsache, man kann die eigenen Bürger mit Systemen wie ELENA erfassen und kontrollieren – die Sicherheit spielt da wohl keine Rolle mehr…

Die Angst reist von nun an immer mit bei Flügen von München aus…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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