Streit um Erika Steinbach: Wer gibt nach?

Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, hat kürzlich im Interview im Morgenmagazin sogar die Demokratiefrage gestellt. Wie demokratisch ist Deutschland, wenn man sie nicht in den Beirat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ wählt? So ihre klare Frage (und stille Forderung) im TV.  Mein klare Antwort: Ob sie in den Beirat kommt oder nicht, wird an unserer Demokratie nichts ändern. Als Nachfahre eines aus Ostpreußen Vertriebenen finde ich eine dermaßen anmaßende und unversöhnliche Haltung von Frau Steinbach für völlig fehl am Platze – genau wie sie im Beirat. Da soll etwas für Versöhnung entstehen – sie ist das krasseste Gegenbeispiel dafür.

Ich finde es äußerst bemerkenswert, wie polemisch derzeit die ganzen Diskussionen um Erika Steinbach geführt wird. Man muss nur mal ein wenig Google bemühen, um das bestätigt zu finden. Ich finde das im Grunde nur schade, denn solange solche Diskussionen stattfinden, schadet es nur dem, was mit der Stiftung doch eigentlich erreicht werden soll. Das sollte eigentlich jemand wie Erika Steinbach doch auch feststellen und nicht immer wieder durch neue Attacken das Feuer schüren. Es würde persönliche Größe bedeuten ganz nach dem Motto „Der Klügere gibt nach“, wenn sie den Streit selbst beenden würde – doch scheinbar ist sie nicht die Klügere, sondern in ihrern reaktionären Ansichten behaftet. Dafür spricht auch – sofern es stimmt, was Wikipedia da berichtet  – ihr Austritt aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (siehe auch hier).

Ich bin mal gespannt, wie der ganze Streit weitergeht. Mit persönlich wäre es völlig egal gewesen, ob Erika Steinbach im Stiftungsbeirat gewesen wäre – nur nach all den öffentlichen Auftritten hat sie sich für mich einfach nur deplaziert. Als CDU-Abgeordnete und mit der Unterstützung der byerischen CSU (2009 bekam sie schließlich den Bayerischen Verdienstorden) werden es die Gegner aus der FDP wie Westerwelle sehr schwer haben, da etwas zu tun.

Um aber noch mal zum Anfang zurückzukehren: Ich finde es absolut dreist von Erika Steinbach, ihre Nominierung als „Frage der Freiheitsrechte“ zu bezeichnen. Ich glaube, selten hat sich jemand so überschätzt wie diese völlig sture und unversöhnliche Frau. Was bin ich froh, nicht Mitglied im Bund der Vertriebenen zu sein, auch wenn ich bekanntlich Mitglied sein könnte…!

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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