Schweinegrippe in rund 200 Ländern weltweit nachgewiesen: Auch Katzen können infiziert sein!

Bei der WHO, der World Health Organization oder Weltgesundheitsorganisation, lässt sich ein Wochenbericht abrufen, der über die Situation weltweit zur Schweingerippe oder „Neue Influenza“ berichtet (in englischer Sprache). Der aktuelle Bericht (update 73) stammt vom 6. November. Beunruhigend sind darin die Zeilen, die von sehr hohen Steigerungen der Infektionen berichten, etwa in Belgien mit 69 Prozent, Nordirland sogar mit 81 Prozent, Norwegen mit 66 Prozent. Deutschland wird auch erwähnt, mit 27 Prozent Steigerungsrate. Und was mich persönlich als Betreuer und Dosenöffner zweier Katzen beunruhigt: Der Virus wurde inzwischen nicht nur beim Menschen (und beim Schwein natürlich) , sondern auch bei Tieren wie Truthähnen, Frettchen und eben auch Katzen gefunden.

Inzwischen wird immer öfters von einer zweiten Welle der Infektionen geredet, nachdem die bisherigen Zahlen zwar beunruhigend, aber nicht wirklich außergewöhnlich waren. Die raschen Anstiege der Infektionen sind dafür ein Anzeichen, und das noch sehr früh im Jahr.

Wenn etwa in Deutschland offiziell von rund30.000 Infizierten gesprochen wird, dann dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. Denn oft genug verläuft eine Infektion ähnlich wie eine so genannte Sommergrippe, so dass viele vermutlich mit H1N1-Infizierte gar nicht erst zum Arzt gehen und somit auch nicht erfasst werden. Denn meist klingen die Symptome wie Halsweh oder auch leichtes Fieber auch nach ein paar Tagen wieder ab.

Das Problem ist, dass man sich vor der eigenen Ansteckung nur sehr mühsam schützen kann. Denn übertragen wird die Schweinegrippe nicht nur als so genannte Tröpfcheninfektion – Vorsicht also, wer in der Nähe von Menschen ist, die niesen oder husten. Wer in überfüllten U-Bahnen oder S-Bahnen oder auch im Flugzeug sitzt, hat aber kaum eine Chance, dieser Gefahr auszuweichen. Da das Virus aber auch etwa durch Tränenflüssigkeit oder Speichel austreten kann und Berührungen im Gesicht durchaus regelmäßig sind, landen die Viren auch an den Händen und werden so zum Beispiel durch Türklinken, Haltestangen in Fahrzeugen, durch Geld und natürlich auch beim Händedruck übertragen.

Sollte es wirklich zu einem weiteren Anstieg im Rahmen einer zweiten Welle kommen, dann dürfte zumindest das Geschäft mit Hygienemasken boomen, so wie es in Asien beim Ausbruch der Vogelgrippe zu sehen war. Und es wäre wünschenswert, wenn es deutlich kälter würde, weil dann verstärkt Handschuhe getragen werden. Der Besuch von Großveranstaltungen wie etwa Fußballspielen oder Konzerten ist dann durchaus mit erhöhtem Infektionsrisiko verbunden. Nicht umsonst sind jetzt schon viele Schulen geschlossen, Fußballspiele werden abgesagt, und erste Warnungen vor Großveranstaltungen wie Karneval oder Faschingsfeiern dürften nicht ganz unbegründet sein.

Kleine Anekdote am Rande: Vor ein paar Tagen beobachtete ich, wie in einer Bäckerei die Verkäuferin fast vorbildhaft mit Handschuhen arbeitete und so das Gebäck nicht mit der Hand anfasste. Dummerweise hat sie mit den gleichen Handschuhen auch das Geld kassiert, und auch auf Münzen und Geldscheinen können ja Viren vorhanden sein. Nach dem Kassieren hat sie dann fleißig weiter das Gebäck angefasst – nein, da kaufe ich derzeit lieber nicht ein.

Es wird spannend, wie sich das aktuelle H1N1-Virus weiter entwickeln wird. Es ist jetzt schon eine Kombination aus unterschiedlichsten Viren, die von Vögeln, Schweinen und Menschen stammen. Und dass es sich weiterentwickelt, hat das Virus schon bewiesen – erste Erfahrungen gab es bekanntlich schon 1976 in den USA, wobei es sich zum Glück um einen eng begrenzten, lokalen Ausbruch  handelte. Ob dann die aktuellen Impfstoffe gegen die Schweinegrippe auch noch helfen werden?

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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