Plagiatsaffäre: Silvana Koch-Mehrins dreiste Vowürfe an die Uni Heidelberg

20.6.2011: Fakt ist: Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin, ehemalige Hoffnungsträgerin der FDP wie vergleichbar Guttenberg in der CSU, hat bei ihrer Doktorarbeit geschummelt und oft abgeschrieben, ohne die Quellen zu nennen. In ihrer Attacke gegen die Uni Heidelberg gibt sie sogar zu, fehlerhaft gearbeitet zu haben, wie hier zum Beispiel bei Spiegel Online nachzulesen ist. Nun gibt sie der Uni die Schuld dafür, dass sie einen Doktor-Titel bekommen hat. Wie verdreht und dreist kann ein Mensch nur sein, der eigene Fehler (naja, Fehler ist wohl der falsche Begriff hier) auf andere schiebt? Und solch ein Mensch ist Abgeordneter im Europaparlament? Wen wundert es da wirklich, das Wahlen zum Europaparlament längst zu einer Farce verkommen sind (siehe Link am Ende des Artikels)?

Freispruch also für alle, die andere Menschen um viel Geld betrügen? So könnte man die Vorgehensweise von Koch-Mehrin wohl umschreiben, denn schließlich sind die Betrogenen Schuld daran – sie waren einfach zu blöd. Das kann es doch wirklich nicht sein!

120 Plagiate auf 80 Seiten aus 30 Werken – das hat mit Ehrlichkeit und wissenschaftlicher Arbeit so viel zu tun wie irgendein Blogbeitrag von mir mit einem Literatur-Nobelpreis. Gar nichts!

Der Versuch, die Schuld jetzt auf die Verantwortlichen der Uni abzuwälzen, ist absolut dreist und zeigt für mich den wahren Charakter dieser früheren Vorzeigepolitikerin, die scheinbar jeglichen Sinn für Recht, Anstand und Ehre verloren hat – kein Wunder, hat es ihr doch ein Freiherr namens Guttenberg vorgemacht, wie man lügt und betrügt.

Dass, wie es Kommentator Markus Verbeet bei Spiegel Online schreibt, der Fall Koch Mehrin anders liege als etwa bei Guttenberg, lässt bei mir Zweifel dran aufkommen, dass der Fall Koch-Mehrin in seinem Beitrag richtig eingeordnet wird. Ein, zwei nicht zitierte Quellen mögen im Stress einer Dissertation sicher vorkommen – was aber aus wissenschaftlicher Sicht nicht der Fall sein sollte! -, aber 120 Plagiate sind nicht auf Stress oder andere Gründe zurückzuführen – es ist vorsätzlicher Betrug. Und insofern ist die Doktorarbeit von Koch-Mehrin nichts anderes als die von Guttenberg – Betrug. Kein Unterschied, Herr Verbeet – es hat wirklich nichts damit zu tun, ob man schon die Einleitung abschreibt… Insofern gesehen: Artikel von Herrn Verbeet sollte man äußerst kritisch lesen und nicht wirklich glauben…

Und ganz spannend und entlarvend finde ich aktuell einige Kommentare führende FDP-Politiker wie den vom Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki: „Der moralische Rigorismus, mit dem man jetzt über Personen herfällt, die geschummelt haben, das ist das, was mir langsam auf den Senkel geht.“ Nachzulesen im Hamburger Abendblatt.

Ganz genau, Herr Kubicki, dieser moralische Rigorismus passt vor allem den Politikern nicht mehr in den Kram, die bisher meinten, alles schön reden zu können, ohne erwischt zu werden. Schlecht für Sie, wenn moderne Methoden endlich die Betrugsversuche aufdecken können, die sonst immer unter dem Mantel des Schweigens bedeckt geblieben wären. Solche wenig intelligenten Sprüche von Ihnen gehen mir genauso nd noch viel schlimmer auf den Senkel – und es wird Zeit, dass die FDP mit solchen Vertretern weiterhin aus politischer Verantwortung verschwindet.

Gerade die FDP – und das ist ja wohl der Hintergrund für Kubickis Ausbruch, steht derzeit im Visier der Plagiatsfahnder – kann es sein, dass in der FDP am häufigsten gelogen und betrogen wurde und wird? Europa-Politiker Jorgo Chatzimarkakis – FDP… – steht aktuell ebenfalls unter Verdacht, bei seiner Doktorarbeit gemogelt zu haben. Jedenfalls prüft die Uni Bonn gerade dessen Dissertation. Und – kaum verwunderlich – noch ein FDP-Mann steht unter Verdacht: Bijan Djir-Sarai. Mal sehen….

Und es wirft ein bezeichnendes Bild auf die FDP – nicht nur dank Kubicki -, dass der neue FDP-Chef Philip Rösler in seiner bekannten „Führungsstärke“, die er schon als Gesundheitsminister bewiesen hat, nach wie vor zu Koch-Mehrin steht, auch wenn, wie es Der Westen berichtet, parteiintern heftige Querelen darüber gibt. Wartet Rösler darauf, dass Koch-Mehrin selbst und freiwillig auch noch ihr Mandat abgibt? Darauf wird er wohl angesichts der Attacken dieser Frau gegen die Uni lange warten müssen – diese Politikerin ist ja so einsichtig wie kaum ein anderer…

2009 lag die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen 2009 übrigens bei 43,3 Prozent. Das muss man sich mal genauer überlegen: Nahezu zwei von drei Deutschen finden das Europaparlament für so wichtig, dass sie lieber etwas anderes tun als zur Wahl zu gehen. Wen wundert es noch wirklich angesichts solcher Vorbilder wie Koch-Mehrin?

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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