Plagiator wird Doktor-Titel aberkannt: Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient – also auch Guttenberg!

23.2.2011: Ich muss gar nicht viele Worte machen, sondern kann andere für mich sprechen lassen – und nein, ich mache hier kein Plagiat, sondern nenne die Quelle, das Zitat stammt aus einem heutigen  Artikel von Welt Online: „Ich finde es unerträglich, dass die Bundeskanzlerin die Entscheidung getroffen hat, dass ein akademischer Hochstapler und Lügner weiterhin dem Kabinett angehören darf“. Das sagte nach diesem Artikel der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Vorsicht, Herr Oppermann, nicht dass der Ex-Doktor Guttenerg wegen übler Nachrede vor Gericht zieht…

Abstruse Vorwürfe, schwere Fehler:

Eine amüsante Chronologie der „abstrusen“ Verteidigungstaktiken von Guttenberg habe ich bei Tagesschau.de gefunden. Es beginnt bei „abstrusen“ Vorwürfen (wie kann man mich nur verdächtigen!) bis hin zum Eingestehen schwerer Fehler – da nützt es auch nichts, dass Guttenberg erst seinen Doktor-Titel eine Zeitlang nicht führen will, dann sogar um Rückgabe des Titels ersucht – und die Uni Bayreuth viel schneller als erwartet heute Abend schon den Doktor-Titel endgültig entzieht.

Also: Guttenberg hat damit zum einen eindeutig selbst bestätigt und nachgewiesen, dass er eine Schande ist für alle, die wissenschaftlich arbeiten (wollen) – und dass er das hehre Ziel von Bildung derzeit total mit den Füßen getreten hat. Jemand, der so offensichtlich unfähig ist für wissenschaftliches Arbeiten und Denken, stellt sich aber nach wie vor als Vorbild hin – ohne auch nur das geringste Gespür für auch nur die kleinste Vorbild-Funktion zu haben.

Muss man aus dem Adel stammen, um einen solchen Hochmut und eine solche Egozentrik an den Tag legen zu können? Wie dieser Mann tickt, wurde klar, als er auf eine Nachfrage mit dem Hinweis „üble Nachrede“ reagierte. Wie töricht! Wie dumm zuvor seine mehr als üblen Verteidigungs-Vorreden…

Guttenberg will also im Amt bleiben – ja, was hat er denn auch Schlimmes getan außer sich eine „fehlerhafte“ Doktor-Arbeit zu leisten. Feherhaft? Mehr als 70 Prozent seiner fundierten Dissertation waren mindestens geklaut, wie ziemlich einfach herausgefunden werden konnte.

Jemand, der so so viele Fehler macht, in wichtigen Funktionen als Wirtschaftsminister oder jetzt als Verteidigungsminister? Es ist unglaublich, aber wahr, und die größte Lachnummer ist unsere derzeitige Bundeskanzlerin Angela Merkel, die das alles nicht wirklich interessiert und wie immer keine Entscheidung trifft – Guttenberg zu entlassen, wenn er nicht selbst zurücktritt.

Ja, Deutschland bekommt exakt die Regierung, die das Volk verdient – und entwickelt sich immer mehr zu einer Bananenrepublik, deren Führer sich durch Unwissen, Unfähigkeit, Lüge und Betrug auszeichen. Da passt Guttenberg einfach nur in eine Reihe weiterer Lachnummern, die sich Deutschland etwa jüngst geleistet hat – man denke nur an die amüsante Dienstwagen-Affäre von Ex-Ministerin Ulla Schmidt zurück, an die nicht weniger amüsanten Kompetenz ausstrahlenden Internet-Sperrversuche von Ursula von der Leyen, unserer „Zensursula“.

Unterschiedliche Maßstäbe:

Wie selbstherrlich Guttenberg agiert und wie er völlig andere Maßstäbe für andere und für sich findet, beweisen folgende Vorgänge:

26. November 2009: Guttenberg entlässt sowohl den Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, als auch den Staatssekretär Peter Wichert mit der Begründung, sie hätten im Zusammenhang mit der Kundus-Affäre Berichte nicht vorgelegt. Was Scheiderhan übrigens dementiert. Mehr dazu im Bericht bei N24.

21. Januar 2011: Guttenberg warnt im Bundestag davor, vorschnelle Vorverurteilungen gegen den Kommandanten der Gorch Fock, Norbert Schatz, zu treffen. Schließlich müssten erst Tatsachen vorliegen. Mehr dazu beim MDR.

22. Januar 2011: Der Kommandant der Gorch Fock, Norbert Schatz, wird nur Stunden später nach Guttenbergs Rede im Bundestag seines Kommandos enthoben. Welche Tatsachen Guttenberg da auch immer „neu“ gesehen oder aus der Bild-Zeitung erfahren haben mag… Mehr dazu ebenfalls beim MDR.

Und irgendwie passt die folgende Meldungs ins Bild: Da wurde kürzlich ein Bundeswehr-Offizier degradiert, weil er eine Plagiat-Examensarbeit abgegeben hatte und erwischt wurde. Mehr dazu bei der Mittdeldeutschen Zeitung.

Konsequenzen?

Gut, die Vergleiche mit Kundus und der Gorch Fock hinken insofern, als durch Guttenbergs Dissertation kein Mensch zu Tode kam. Wer sich aber als selbst ernanntes Vorbild auch messen lassen will, kann eigentlich nur eines tun: Rücktritt und Verzicht auf politische Ämter.

Andernfalls wird aus der Regierung noch mehr ein Grusel-Kabinett.

An dieser Stelle aber auch eine kleiner Hinweis an die Opposition: Die Posse um die Hartz IV-Sätze umd die SPD-Vize Schwesig und deren Fortsetzung mit Beck sorgt auch nicht eben dafür, hier viel Zuversicht in grundlegende Änderungen zu bekommen – wobei ganz am Rande erwähnt der jetzige Kompromiss vermutlich wieder vor dem Bundesverfassungsgericht landet, wie beispielsweise die Frankfurter Rundschau kürzlich berichtete…

Also: Guttenberg & Co. mit ihrer Selbstverliebheit und Unfähigkeit sind sicherlich ein gutes Beispiel dafür, warum Politiker einen prominenten Platz in der Top Ten der unbeliebtesten Berufe einnehmen. Die Liste kann man bei FTD nachlesen… Okay, Journalisten sind auch in dieser Liste aufgeführt – aber immerhin weit hinter Politikern…!

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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