Newsbasar: News.de aus der Unister-Gruppe lockt Blogbetreiber mit kostenlosen Inhalten – verändern darf man aber so gut wie nichts

30.11.2011: Ich hatte mich schon über etliche Anrufe mit der Vorwahl aus Leipzig gewundert, die mir abends mein Telefon anzeigte. Da es sich eh nur um Werbeanrufe handeln konnte, habe ich die Nummer kurzerhand über die Fritzbox gesperrt. Prompt kam eine Mail mit dem Hinweis, man hätte mich ja telefonisch nicht erreicht. In der Mail wurde angeboten, dass ich für meinen Blog passende Artikel aus dem sogenannten Newsbasar von News.de kostenlos bekommen und auf meinem Blog veröffentlichen könne. Ich müsse nur, so wörtlich in der Mail, eine einzige Gegenleistung erbringen: „Im Gegenzug bitten wir Sie um die Ausweisung von lediglich einem Link, der als Quellennachweis auf den originalen Text auf News.de zurückführt.“ So lockt man Blogbetreiber, die vielleicht wenig Zeit haben, eigene Beiträge zu schreiben. Ich habe mir angeschaut, ob der Link wirklich die einzige Voraussetzung ist – natürlich nicht…:

Auf der Startseite des Textbasar (siehe Link oben) sind wenige Voraussetzungen beschrieben, um Inhalte zu bekommen: kostenlose Registrierung, Akzeptieren der Nutzungsbedingungen, Verlinkung auf News.de. Okay, was sagen denn die Nutzungsbedingungen genau? Gute Frage, denn einen Link zu „Nutzungsbedungungen“ ist erst einmal nicht zu finden. Schon etwas undurchsichtig…

Also mal in den Bereich der FAQ geklickt. Darf ich Texte verändern? Nicht wirklich, außer einem sehr unscharfen Hinweis auf „unerlässliche, zwingend notwendige technische Anpassungen für die jeweilige Veröffentlichungsplattform“. Sind in angebotenen Texten zum Beispiel Links vorhanden, muss ich die danach übernehmen und darf sie nicht entfernen, auch wenn ich gar nicht verlinken will. Das schreckt mich schon mal ab… Und es kommt ein Hinweis auf die AGB – gut, die sollte man eh gründlich lesen.

Da stolpere ich schon mal übe r § 4 Satz 4 – genauer über dir Forderung „eines selbstständigen und verschuldensunabhängigen Garantieversprechens (§ 311 Abs. 1 BGB)“.    Mehr zu dem Thema habe ich hier gelesen, was mich aber nicht wirklich über die Konsequenzen aufklärt. Und wenn ich was nicht verstehe, unterschreibe ich erst einmal gar nichts. Wenn ich das mit meinem rechtlichen Laienverständlich interpretiere, garantiere ich als Blogbetreiber beim Einbinden von Texten aus dem Newsbasar, dass gegen keinerlei Rechte verstoßen wird. Bitte schön, aber verändern darf ich nichts?

Interessant ist daher auch § 6: Da ist nämlich unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr die Rede von nur einem Link, sondern gleich von mindestens zehn Links…

Mal abgesehen davon, dass ich den ganzen Hintergrund nicht allzu seriös finde: Was habe ich denn wirklich vom Einbinden von Texten aus dem Newsbasar? Lassen sich viele Blogbetreiber auf das Spielchen ein, kann ich also auf vielen Blogs ein und denselben Artikel wiederfinden. Klasse – das ist dann Multiplikator-Content, der mein Blog nicht wirklich einzigartig macht. Zumal ich ja laut AGB den Text nicht so passend verändern darf, dass er vielleicht in meine Intentionen passt. Ob Google da wirklich mitspielt?

Laut den AGB des Textbasar würde ich mich auch verpflichten (§4 Satz 5), die jeweils geltenden Google-Webmasterrichtlinien einzuhalten. Ich muss gestehen, dass die mich bislang nicht wirklich interessiert haben und ich mich – abgesehen davon, dass ich in der Tat eine XML-Datei generiert habe – damit auch noch nie wirklich auseinandergesetzt habe. Ob es mir geschadet hat, kann ich nicht beurteilen, interessiert mich aber auch nicht wirklich.

Kurz und gut: Nachdem ich mir alles mal bei Textbasar angeschaut habe, habe ich dankend abgelehnt – ich bleibe Herr in meinem Blog und schreibe dann und vor allem selbst Beiträge, wenn ich sie schreiben will… Den Newsbasar brauche ich dazu in keinster Weise…

 

 

 

 

 

http://www.mayerbrown.com/publications/article.asp?id=2648&nid=6

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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