Inzwischen gibt es ein neues, auch in Deutschland zugelassenes Impfmittel gegen die Schweinegrippe, das vom Hersteller Novartis stammt und Celtura heißt. Allerdings ist er (natürlich) nicht vorbestellt und daher derzeit auch nicht verfügbar, obwohl er immerhin wohl besser von Menschen vertragen wird, die gegen Hühner-Eiweiß allergisch sind, da es im Unterschied zu Pandemrix auf der Basis von Zellkulturen hergestellt wird. Was auf den ersten Blick positiv klingt, muss man aber dennoch kritisch hinterfragen.
Denn der Celtura-Impfstoff basiert enthält den Wirkstoffverstärker MF59. Nebenwirkungen von Celtura, so heißt es, sollen lokale Beschwerden an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung und Schmerzen) sowie systemische Beschwerden wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit sein. Bis auf die unterschiedliche Herstellung sind sich aber wohl Pandemrix und Celtura sehr ähnlich: Pandemrix enthält als Adjuvantium AS03, Celtura das aus Impfstoffen gegen die saisonale Grippe oft eingesetzte MF59 – und beides enthält Squalen, das bekanntlich im Verdacht von Langzeitschäden (etwa beim Golf-Kriegs-Syndrom) steht.
Allerdings habe ich bisher noch keine begründete Studie für die Langzeitwirkung-Wirkung von Squalen am Menschen finden können (siehe auch hier, vielleicht hat jemand einen Tipp für entsprechende Fundstellen), sondern nur bei Tieren (genauer bei Ratten, siehe auch hier).
Zu MF59 habe ich hier einen ganz interessanten Artikel gefunden. Allerdings: Das stammt natürlich aus dem Hause Novartis, so dass man den Bericht durchaus kritisch gegenlesen sollte.
Insgesamt kann ich nur feststellen, dass gerade das Thema Schweinegrippe-Impfung inzwischen für “normale” Menschen völiig undurchsichtig geworden ist – all die widersprüchlichen Aussagen von offiziellen Stellen wie Robert-Koch-Instititut, Paul-Ehrlich-Institut, Ärzten, Experten und Laien wie mir dienen eigentlich eher zur allgemeinen Verunsicherung.
Wenn ich dann noch lese, dass Pandemrix bereits am 20. Mai 2008 (erste Meldungen zur Schweinegrippe kamen Anfang 2009!) zugelassen wurde (nachzulesen bei der EMEA, der Europäischen Arzneimittelagentur, im offiziellen Bericht auf Seite 15!), dann kommt man schon irgendwie ins Grübeln, woher Hersteller GlaxoSmithKline (und ein solcher Wirkstoff entsteht nicht von heute auf morgen, wie mich zumindest meine vier Semester Chemie-Studium erinnern) schon von der Schweinegrippe wusste.
Hier wäre mal ehrliche und offene Aufklärung angesagt! Was meint Ihr?







Mich erreichte gerade eine dieser (dubiosen?) Mails mit der eindringlichen Warnung vor dem Schweinegrippe-Impfstoff aufgrund von squalen – ein Grund mal bei Google zu suchen..
Allerdings bin ich genauso wenig erfolgreich gewesen was die Squalen angeht – alle behaupte, Squalen verursacht Langzeitschäden, aber einen wirklichen Nachweis gibt es nicht. Bis eben auf das Rattenexpermient – und da sollte man sich hüten, das ohne weiteres auf den Menschen zu beziehen. Und was das GWS angeht – beim Querlesen sprang mir auch entgegen, dass die Ergebnisse der Studie aus 200 revidiert wurden (ob die Quelle vertrauenswürdig ist, lässt sich natürlich nicht sagen … [hier]
Was aufgrund solcher Sachen aber wieder mal auffällt, ist die Tatsache, dass wir total im unklaren gelassen werden und sich keiner dazu äußert um etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Trotzdem sollen wir aber möglichst alle zum Impfen gehen.
Ich glaube, es braucht sich keiner wundern, dass sich der große Teil der Leute nicht impfen lässt, oder?
Da stimme ich voll zu. Die ganze Verunsicherung merke ich einfach auch in vielen Gesprächen mit anderen und auch bei mir selbst. Mal will man sich impfen lassen, dann hat man wieder irgendwas gelesen oder gehört und will sich doch nicht impfen lassen… Die fehlende Aufklärung ist derzeit doch viel schlimmer – und irgendwelche Fakten zu wirklichen Gefahren herauszufinden ist nahezu unmöglich, wenn man wohl nicht selbst aus der Branche ist und vielleicht Zugang zu irgendwelchen Studien hat. Und das Schlimme dabei ist, dass selbst Ärzte wie meine Hausärztin da auch nicht wirklich weiterhelfen können und selbst unschlüssig sind – ich habe konkret nachgefragt.
Dass von regierungsnahen Stellen (ob auf Bundesebene oder auf Länderebene) da kaum vernünftige Aussagen zu erwarten sind, dürfte auch daran liegen, dass man sich durch die Vorbestellungen bestimmter Mittel einfach früh gebunden hat – auch finanziell. Da wird doch wohl kaum jemand sagen, das die Vorbestellung vielleicht Langzeit-Nebenwirkungen haben könnte…
Zu den Squalen und dem Golfkriegssyndrom:Eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts: „Die Menge, die Versuchstieren verabreicht wurde, ist bis zu 2000-mal höher als die, die bei der Schweinegrippe-Impfung zum Einsatz kommt. Daher ist der Befund nicht aussagekräftig.“Diese Panikmache können wir also schön ignorieren