Medienschelte gegen Köhler: Die Deutschen sehen es laut heutigem ZDF-Politbarometer anders

Über die heftige und meiner Meinung nach völlig überzogene Kritik aus Medien-und Politikerkreisen am ehemaligen Bundespräsidenten habe ich ja schon meine Meinung geäußert. Die Besserwisser wie Pohl von der taz oder Michael Jürgs, um nur mal zwei Beispiele zu nennen, haben sicherlich ebenso wie ich das Recht auf eine eigene Meinung. Andererseits sind sie scheinbar ebenso wie nahezu alle Politiker längst völlig fern von jeder Wahrnehmung dessen, was die Bürger dieses Landes empfinden. So scheint es mir jedenfalls zu sein, wenn man sich die Ergebnisse des heutigeN Politbarometers des ZDF anschaut. Danach sagen jetzt immer noch 88 Prozent der Befragten, Horst Köhler sei ein guter Bundespräsident gewesen – 2008 waren es noch 87 Prozent. Seiteneinsteiger oder nicht, spielt dabei wohl keine Rolle, auch wenn gut zwei Drittel der Befragten den Rücktritt von Horst Köhler nicht richtig finden.

Richtig finde ich den Rücktritt zwar auch nicht, aber durchaus nachvollziehbar. Erstaunlich, das so manche Wichtigtuer und Kommentatoren wie etwa ein Kurt Kister von der Süddeutschen Zeitung zu den ersten gehören, die mit „Steinen“ auf andere Menschen werfen, indem sie Horst Köhler als „hölzern“ und als „Null-Bock-Horst“ bezeichnen, ohne überhaupt wohl wahre Beweggründe recherchiert zu haben. Ich muss gestehen, heute hatte ich die Süddeutsche in der Hand und sie wegen dieses Kommentators nicht gekauft. Interessant sind auch die Kommentare zu diesem Artikel, sehr oft werden Kommentare aber auch wegen eines Verstoßes gegen „netiquette und unsere AGB“ erst gar nicht lesbar gemacht.

Gut, wenn jemand in meinem Blog meint, mit Fäkalsprache seine „Meinung“ zum Ausdruck bringen zu müssen, dann schreite ich auch ein und lösche solche Kommentare, sobald sie mir bekannt werden. Ob das auch bei der Süddeutschen so ist, kann ich wegen der nicht gezeigten Kommentare natürlich nicht nachvollziehen.

Wie auch immer, nun haben wir das, was zu erwarten war: Mit Herrn Wulff haben wir einen Kandidaten aus Reihen von Schwarz-Gelb, der sicherlich niemals durch Aussagen oder gar Maßnahmen gegen Merkel und Westerwelle auffallen wird. Dass er gewählt werden wird, dürfte angesichts der Mehrheiten in der Bundesversammlung klar sein. Ob Wulff allerdings auch ein Kandidat desVolkes sein wird, sei dahingestellt. Er ist und wird immer ein Bundespräsident von Merkels Gnaden sein. Ein interessanter Bericht zur Kandidatenkür ist übrigens bei Welt Online nachzulesen.

Immerhin: Merkel schafft sich so einen möglichen Rivalen für das Kanzleramt sehr elegant vom Hals – sicherlich ein Kriterium pro Wulf und kontra andere Kandidaten wie von der Leyen (die allerdings als „Zensursula“ eine eher provokante Bundespräsidentin geworden wäre und deren Nichtnominierung auf viel Zustimmung stieß).

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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Ein Kommentar

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  1. 1
    ebook leser

    Jetzt wird diese Bundespräsidentenwahl wieder zur Polit Posse. Warum zur Hölle können sich die CDU und die SPD nicht auf einen Kandidaten einigen, der von beiden Parteien getragen wird. Gauck wäre ja so einer. Auf der anderen Seite ist der ja auch viel zu alt. Mit 70 hält der den Stress ja nicht durch. Da ist der Hannoveraner schon viel jünger. Mal schauen wer es werden wird und ob er länger duchhält als der Köhler.



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