Lizenz zum Mogeln: Wie Hersteller den Kunden über den Tisch ziehen

Seit einiger Zeit habe ich mir zwar angewöhnt, genau hinzuschauen im Supermarkt: Denn mitunter gibt es einige ansonsten identische Größen in verschiedenen Größen, und dann lohnt sich das Nachrechnen durchaus. Denn mal ist die größere Menge preiswerter im Vergleich zur kleineren, mal ist sie aber auch teurer. Gut, wenn man da mal schnell nachrechnet – zur Not hilft ja der Taschenrechner, der in nahezu jedem Handy vorhanden ist. Und dennoch ist man überrascht, wie oft man von den Herstellern übers Ohr gehauen wird.

Das krasseste Beispiel ist sicherlich eine Pickel-Creme von Clearasil, die 50 Prozent weniger Inhalt hat, aber zum bisherigen Preis verkauft wird. Eine Preiserhöhung von 100 Prozent – Mensch, Leute, straft diesen Hersteller doch einfach mal durch Nichtbeachtung und Nichtkauf  ab!

Es fällt zum Beispiel auf, dass viele Produkte mit jahrelang bekannten Größen – ich denke da an Schokolade, die immer 100 Gramm hatte – inzwischen auch mit anderen Größen erhältlich ist. Da heißt es genau umzurechnen. Ich warte schon auf den Tag, da es Schokolade mit 90 oder 80 Gramm gibt – natürlich zum gleichen Preis wie vorher, und natürlich „mit verbesserter Rezeptur“ als Ausrede. Wetten, dass?

Eine interessante Zusammenstellung von eine Vielzahl solcher Mogelpackungen, die nichts anderes sind als versteckte Preiserhöhungen, ist bei der Verbraucherzentrale Hamburg zu finden, Stand 17.11. gleich auf der Startseite.Da findet man dann auch die fünf dreistesten Ausreden – oder besser: Schönreden – von Herstellern für das Dummverkaufen des Verbrauchers. Hier sollte wirklich jeder mal einen Besuch machen, der öfters zum Einkaufen geht.

Rein rechtlich gesehen mag die Vorgehensweise der Hersteller ja nicht zu beanstanden sein – doch es ist eine Frechheit, wie dreist die Hersteller vorgehen. Denn oft genug sind gerade bei Produkten, die man häufig kauft, die Preise in etwa im Kopf gespeichert – da fällt dann bei gleichem Preis nicht sofort auf, wenn etwa weniger Gramm vorhanden sind. Für mich ist das ethisch eher fragwürdig und im Schattenbereich zwischen Recht und Betrug angesiedelt.

Es ist aber fraglich, ob die Hersteller sich damit auf Dauer einen Gefallen tun. Einmal ertappt, ist der Hersteller oder das betreffende Produkt für mich für immer von der Einkaufsliste gestrichen, denn Alternativen gibt es ja meist zur Genüge. Und die Hersteller unterschätzen noch immer, dass zum Beispiel über das Internet viel schneller ein Informationsaustausch stattfindet als früher.Immer häufiger werden Hersteller im Web bloßgestellt aufgrund ihrer Vorgehensweisen, und das ist dann nicht gerade als erfolgreiche Produkt- oder Marken-PR zu bezeichnen. Ein Beispiel dafür war das Abmahnverfahren durch Jack Wolfskin vor kurzer Zeit, das dem Unternehmen sicherlich eine Vielzahl potentieller Kunden gekostet hat und wohl auch weiterhin kosten wird. Bei meinen Einkäufen spielen solche Prdukte un Hersteller jedenfalls keine Rolle mehr.

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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