Kriminelle Geschäfte mit der Angst: Viele Medikamente gegen Schweinegrippe aus dem Web sind gefälscht

Natürlich liegt es auf der Hand: Kaum ist etwas Mangelware oder teuer, wittern Kriminelle ihre Gewinnchancen. Und das „freie“ Internet bietet dazu die besten Möglichkeiten. Da werden Doping-Mittel angeboten, das bei Männern beliebte Viagra zu unschlagbaren Preisen, und natürlich kommt jetzt auch die Schweinegrippe ins Spiel. Tamiflu etwa, das bekannte Grippemittel aus der Vogelgrippezeit, lässt sich mit wenigen Masklicks im Web bestellen. Doch was man bekommt (sofern es den Zoll passieren kann), muss nicht wirklich was mit dem Original zu tun haben.

Es ist das Geschäft mit der Angst, das den Kriminellen im Internet Millionengeschäfte bringt. Tamiflu ausverkauft oder nicht verfügbar? Im Internet kann man doch alles bestellen. So hat sich wohl auch ein Netzwerk namens Partnerka gedacht, das mit wenig Aufwand plötzlich eine Vielzahl von Online-Apotheken ins Netz stellt und Unmengen an Spam-Mails versendet. Ein Beispiel ist „Canadian Pharmacy“, über das viel Amüsantes hier nachzulesen ist.

Doch der Spaß ist schnell vorbei – hier geht es um Betrug, Körperverletzung und vieles mehr, denn wenn über solche dubiosen Adressen überhaupt etwas geliefert wird, dann weiß man nie, was da wirklich drin steckt – harmlose Stoffe oder sogar etwas, was ernsthaft die Gesundheit gefährden kann. Und da meist ja auch mit Kreditkarte bezahlt werden muss – viel Spaß bei den künftigen Abrechnungen!

Hier kann man wirklich nur eins sagen: Es ist zwar verlockend, Sonderangebote aus dem Web zu bestellen, aber besser ist es, die Finger davon zu lassen. Es sei denn, es sind etwa von Ärzten oder offziellen Vereinigungen empfohlene und seriöse Adressen, von denen es eine ganze Menge gibt.

Leider helfen kurzfristige Maßnahmen wie hier beschrieben von der Bundesverenigung Deutscher Apotheker nur sehr kurzfristig weiter: Für Kriminelle ist es leicht, neue Seiten ins Netz zu stellen, Gütesiegel zu kopieren oder die AGB seriöser Shops einfach zu übernehmen. Ein paar Tage später ist alles wieder online.

Leider scheint das Geschäft mit der Angst einfach zu erfolgreich zu sein. Daher kann man nur jedem raten, auf solche dubiosen Geschäfte zu verzichten. Wer es dennoch tut, nur weil ein paar Euro gespart werden könnten, riskiert sein Leben oder zumindest sein Bankkonto…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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