Harte Verhörmethoden oder Folter?

Waterboarding, also simuliertes Ertrinken, Scheinhinrichtungen und vieles mehr: Nein, wir sind nicht im Mittelalter, sondern in den USA der Gegenwart. Es ist entsetzlich, welch abartige Methoden aus einem CIA-Papier des Jahres 2004 inzwischen bekannt wurden. Ex-Vizepräsident Cheney verteidigt solche abscheulichen Foltermethoden als harte Verhörmethoden. Warum ist der Kerl nicht ebenso wie George W. Bush für immer hinter Gittern, mit psychologischer Betreuung (wobei die wohl sinnlos wäre bei Cheney und Bush)? Und eine Freude für das „Alte Europa“ wäre sicher, wenn die beiden sich mit Rumsfeld eine Zelle teilen würden – es würde nicht den Falschen und Unschuldigen treffen.  Die USA – das Land, das für Demokratie und Freiheit kämpft? Nicht wirklich mit solchen Folterverantwortlichen an der Spitze. Wobei sicher die große Mehrheit der US-Amerikaner dafür ebensowenig Verständnis aufbringt wie ich.

Was ich aber mindestens genauso erschreckend finde ist die Tatsache, dass die Obama-Regierung hier nicht energisch gegen Folterer vorgeht – egal ob es die tatsächlichen Folterer sind oder die, die dafür die Befehle gegeben haben. Sie haben ja nur ihre Befehle der Regierung befolgt, heißt es – ich kann mich (auch wenn ich die Zeit nicht erlebt habe) an gegenteilige Argumente (völlig zu Recht!) erinnern, die etwa solche Ausreden etwa in Nürnberg abgelehnt haben.

Die Attacken der USA auf Afghanistan geschahen nach den – wirklich abscheulichen und verdammenswerten -Terroranschlägen in den USA 2001. Dem Kampf gegen Terroristen gehört für mich die oberste Priorität – aber wer sich auf dieselbe Ebene begibt, ist auch nicht besser. Was von den Kriegsgründen für den Einmarsch in den Irak zu halten ist, ist hinlänglich bekannt. Eine völlig überdrehte Bush-Regierung hat die Welt mit Krieg überzogen, und viele Nationen müssen das nun ausbaden. Und leider wird der Misthaufen CIA nicht ausgemistet – Wechsel an der Spitze, der Rest bleibt… Foltern ist zu Recht weltweit verboten – die traurige Wahrheit ist, dass sich kaum jemand dran hält, nicht einmal die angeblichen Vorkämpfer für Demokratie, Frieden und Freiheit. So ist sie halt, die Welt im 21. Jahrhundert – vom tiefsten Mittelalter sind wir scheinbar nicht weit entfernt.

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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