Frederick Forsyth: Der Afghane

Durch Zufall habe ich dieses Buch von Frederick Forsyth in die Hand bekommen und bin gerade erst auf Seite 132 von 349 Seiten, aber das Buch hat mich schon jetz voll  in seinen Bann gezogen. Vermutlich deshalb, weil es bislang auf sehr unterhaltsame Art auch eine Menge an Wissen vermittelt. Afghanisstan und Kampf gegen die Taliban – der Begriff Taliban war für mich immer nur irgendein Name, jetzt weiß ich, woher dieser Begriff stammt, dass er die Mehrzahl des Wortes Talib und übersetzt Schüler bedeutet. Und auch die Herkunft über Mullah Omar wird mit diesem Buch verständlich.

Interessant wird das Buch gerade auch heute, wenn man etwa heute auf  der Titelseite der Süddeutschen Zeitung liest, dass der Kommandeur der internationalen Afghanistan-Mission, US-General Stanley McChrystal, vor einer drohenden Niederlage gegen die Taliban warnt und mehr Truppen fordert. Mehr dazu kann man hier nachlesen.

Klar, dass in Berlin die Alarmglocken klingeln: Kurz vor der Bundestagswahl, wo über einen möglichen Abzug aus Afghanistan zumindest am Rande diskutiert wird, scheint zumindest von US-Seite aus der Gedanke naheliegend, stattdessen den Einsatz, also mehr Truppenpräsenz, zu erhöhen. Ob das in der deutschen Bevölkerung aber auf Gegenliebe stoßen wird, ist eher zweifelhaft. Insofern rückt auch der deutsche Afghanistan-Einsatz wieder mehr in den Blickpunkt und dürfte auch eine Rolle bei den Wahlen am nächsten Sonntag spielen.

Ob auch mit verstärkter Truppen-Präsenz die Lage in Afghanistan entscheidend verändert werden kann, das ist für mich eh sehr fraglich. Was Vietnam für die USA war, das war Afghanistan für die damalige Sowjetunion - ein Krieg, der aus welchen Gründen auch immer er geführt wurde, der aber einfach nicht gewonnen werden konnte. Das, so befürchte ich, wird auch der internationalen Allianz blühen, die sich militärisch in Afghanistan betätigt, egal, wie viele Truppen dort vor Ort sein werden. Entweder wird es noch viele, viele Jahre weitergehen, oder irgendwann wird den beteiligten Ländern die finanzielle Belastung zu groß.

Wer glaubt denn wirklich an einen demokratischen Umbruch im Irak, selbst wenn sich die USA dort zurückziehen? Die religiös geprägten Unterschiede, auf die aber meiner Meinung nach jeder Anrecht hat, ob Christ, Moslem oder Angehöriger einer anderen Religion – auch als Atheist -, lassen sich eben nicht mit militärischen Mitteln aufheben.

Irgendwie erinnert mich die jetzige Zeit an die Zeit der Kreuzzüge des Mittelalters – ein ganz düsteres Kapitel der Geschichte. Und es scheint, als sei seit dieser dunklen Zeit keinerlei Lernvorgang passiert.

Ich träume von der Zeit, in der wirklich einmal alle Menschen jedweder Herkunft friedlich miteinander umgehen und sich alle als Bewohner eines Planeten betrachten – egal welche Hautfarbe sie haben oder welcher Religion sie angehören. Utopie? Die nahe Zukunft sieht da für mich eher sehr düster aus, zur Zeit sehen wir eher einer Umsetzung Orwell’schen Gedanken entgegen…

Auf Kommentare bin ich sehr gespannt…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar

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