FIFA-Chef Blatter macht aufgrund weltweiter Kritik Rückzieher: Technische Hilfsmittel sollen nach der WM wieder diskutiert werden

FIFA-Boss Sepp „Wendehals“ Blatter war über Jahre einer derjenigen, der vehement alle modernen technischen Hilfsmittel wie Videobeweise oder den bereits erprobten Chip im Ball ablehnte. Was er nicht ahnen konnte war, dass sich die von der FIFA ausgewählten Schiedsrichter solch eklatante Fehlentscheidungen leisten würden, die weltweit für jeden als völlig falsch erkennbar waren – nur nicht für de FIFA oder die Schiedsrichter. Nach tagelangem Schweigen und den ewig monotonen Beteuerungen des FIFA-Sprechers, es werde kein Kommentar zu den Schiedrichteleistungen abgegeben, gibt Blatter endlich selbst zu, dass da wohl ausgesprochener Mist gepfiffen wurde – wie sonst kann er sagen, er hätte sich bei Mexico und England entschuldigt. Ob er das mit seinem so wenig glaubwürdigen FIFA-Sprecher Nicolas Maingot abgesprochen hat? Einen ironischen Beitrag zu diesem „Dr. No“ habe ich hier entdeckt – lesenswert!

Man beachte aber: Blatter hat bei einem Pressegespräch nicht etwa davon gesprochen, dass es tatsächlich Veränderungen geben wird – er will es nur „noch einmal zur Sprache bringen“. Geredet wurde bei der FIFA schon viel darüber, jetzt soll also wieder geschwafelt werden – ich bin gespannt, ob da wirklich Taten, sprich Veränderungen kommen werden. Das glaube ich erst dann, wenn ich es sehe.

Wen es interessiert:Ich habe hier mal die aktuellen Fußball-Regeln der FIFA zum Anschauen bereitgestellt…

Interessant für mich auch – jedenfalls wusste ich das bis heute nicht -, dass es eine eigene Kommission für das Fußball-Regelwerk gibt: Es handelt sich um das „International Football Association Board“, kurz IFAB,das aus acht Mitgliedern besteht. Vier werden von der FIFA gestellt, die anderen vier sind Vertreter der Verbände von England, Schottland, Wales und Nordirland (früher mal: Irland). Interessante Zusammensetzung, oder? Dieses Board entscheidet also letztlich über Veränderungen im Regelwerk. Mehr zum IFAB gibt es bei Wikipedia.

Gut: Eine Stimme für Veränderungen dürfte aufgrund öffentlichen Drucks wohl aus England kommen . Aber bei den Engländern weiß man ja nie… Die sind ja immer noch nicht in der Euro-Zone oder Teil des Schengen-Abkommens, was viele Reisende gar nicht wissen, obwohl Großbrittanien als Ganzes schon Teil der EU ist… Wem das zu kompliziert ist: Obelix hat es mal treffend formuliert…

Man darf auch nicht vergessen: Das Fußballregelwerk mit Segen des IFAB ist nur ein Teil des umfassenden FIFA-Regelungs-Wahns. Wer mal ein Public Viewing zu einer FIFA-Veranstaltung wie der Fußballweltmeisterschaft organisieren wollte, weiß, wie schwierig das im Zusammenhang mit der FIFA sein kann (wobei mehr als fraglich ist, ob die aktuellen FIFA-Regeln etwa für die WM 2010 rechtlich komplett in Deutschland zu halten sind…).

So etwas gilt auch für die ganzen Maulkorb-Vorschriften für die beteiligten Schiedsrichter. Das ist Stand Gründungszeit des IFAB von 1882, entmündigt die Schiedsrichter und macht die FIFA noch lächerlicher, als sie es ohnehin schon durch ihr bisheriges Verhalten ist. Beispiel gefällig? Da wird etwa ein Schweizer Schiedsrichter mit großer Erfahrung auch aus der Champions League von der WM vorzeitig nach Hause geschickt – Gründe dafür hat die FIFA bis jetzt noch nicht geliefert. Ob Massimo Busacca nur den Fehler gemacht hat, den Torwart des Gastgebers Südafrika im Spiel gegen Uruguay vom Platz zu stellen? Vielleicht wäre ja Südafrika ohne diesen Platzverweis längst im Viertelfinale? Das kann doch Blatter gar nicht gefallen haben… Und da Videobeweis nicht zählt bei der WM, konnte auch Schiedsrichter Roberto Rosetti (Italien) im Spiel Argentinien gegen Mexico trotz Beratung mit seinem Assistenten Stefano Ayroldi, der die Fehlentscheidung in der Wiederholung auf der Leinwand gesehen hatte, gar nicht anders als auf Tor für Argentinien zu entscheiden. Milliarden Zuschauer wussten es sofort besser, auch der Schiedsrichterassi – so wird die FIFA langsam zum Totengräber des modernen Fußballs…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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