Die Gefahren der Torf-Brände in Russland: Kaum löschbar, giftige Schadstoffe

Lange Zeit war gerade in Russland (und nicht nur dort!) Torf ein beliebtes Heizmaterial – gewaltige Moorbereiche, in denen Torf entsteht, wurden für den Abbau trockengelegt. Doch als andere Brennstoffe wie Öl oder Gas bevorzugt wurden, lagen diese Moorgebiete brach – und entwickelten sich zu potentiellen Schadstoff-Quellen, unter deren Folgen jetzt Moskau zum Beispiel leidet. Hier mal ein paar Hintergründe zum Thema Torf-Brände – und wie man sich ein wenig schützen kann.

Wie entsteht Torf?

Bei Wikipedia (siehe Link 1) gibt es dazu eine ausführliche  Zusammenstellung, die man aber auch in einfachen Worten so beschreiben könnte: Torf entsteht in Moorgebieten. Fehlender Sauerstoff und Nässe verhindern, dass Pflanzenreste vollständig abgebaut werden, so dass sie sich als Torf ablagern. Im Lauf der Zeit entstehen so oft meterdicke Torfschichten. Solange genügend Feuchtigkeit da ist, können die Moore mit ihrem Torf viele Schadstoffe wie Schwermetalle absorbieren.So gesehen sind Moore ausgesprochen nützlich für das Klima.

Brandgefahr:

Werden Moore aber wie erwähnt ausgetrocknet, ist der trockene Torf ausgesprochen schnell entzündbar, Temperaturen ab etwa 40 Grad reichen für eine Selbstentzündung aus (von anderen Brandquellen mal ganz abgesehen). Das erste Problem dabei ist, dass Torfbrände nur sehr schwer zu bekämpfen sind. Denn oft gibt es Schwelbrände, die an der Oberfläche gar nicht mehr sichtbar sind, sondern sich in den unter der Oberfläche liegenden Schichten fortsetzen. Das ist das Tückische an Torfschichten und ein Grund dafür, warum es derzeit auch in Russland nicht recht gelingen will, diese Brände zu löschen.

Schadstoff-Schleuder Torfgebiete:

Während „funktionierende“ Moore mit ihrem Torf Schadstoffe absorbieren können, werden diese bei Bränden wieder freigesetzt – unter den Folgen leiden etwa derzeit die Bewohner von Moskau. Neben giftigen Kohnlenwasserstoffen entstehen kleinste  Schadstoff-Partikel, die tief in die Lunge eindringen können. Einfache OP-Masken etwa helfen gegen diese Partikel in keinster Weise.Wie Studien (siehe Link 2) zeigen, sind in diesen durch Brand entstehenden Feinstauben Elemente wie Vanadium, Kalium, Schwefel, Kupfer, Zink oder auch Brom, Blei und Nickel enthalten.

Die Kombination, die durch die aktuellen Torf-Brände in Russland entsteht, ist vergleichbar einem Kettenrauchen von drei oder vier Schachteln Zigaretten innerhalb weniger Stunden. Dass das nicht gerade gesundheitsfördernd ist, kann sich jeder vorstellen.

Wer derzeit in Moskau oder in Nähe von Torfbränden unterwegs ist, sollte sich daher zumindest in der Form schützen, dass man feucht gehaltene Mullbinden in mindestens acht Lagen überneinander über Mund und Nase legt – das schützt ein wenig vor dem Einatmen der Schadstoffe.

Langfristig müsste in Russland eine Wiederbelebung der trockenen Moorgebiete erfolgen, also die Bewässerung der betroffenen Gebiete, denn angesichts des Klimawandels sind solche Brände auch in den nächsten Jahren wohl kaum auszuschließen.

Link 1: Wikipedia zu Torf

Link 2: Studien zu Schwermetallen im Torf

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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