Designierter Außenminister Westerwelle wenig diplomatisch

Auch wenn Westerwelle bei einer Pressekonferenz auf das Ansinnen eines BBC-Reporters, der eine Frage auf Englisch stellen und die Antwort zunächst auch auf Englisch hören wollte,  durchaus berechtigt darauf hinweis, es sei üblich, die jeweilige Landessprache zu nutzen – die Art und Weise, und der brüske Ton, den Westerwelle da anschlug, gibt einen ersten Vorgeschmack auf die diplomatischen Fähigkeiten von Westerwelle. Selbst der Vorschlag, die Antwort auf Deutsch zu geben, schmetterte Westerwelle kurzerhand ab, und wie nicht anders zu erwarten, war seine Antwort auf die von einer Dolmetscherin übersetzten Frage barsch und nichtssagend. Vielleicht hat Westerwelle ja wirklich Recht getan, sich auf die deutsche Sprache zu beschränken – aber die laxe Antwort hätte er auch auf Englisch erwidern können. Gut, aber der Ton macht bekanntlich die Musik, und mit einem Außenminister Westerwelle wird Deutschland vielleicht viele Sympathien im Ausland verspielen – in England gibt es ja schon die ersten Reaktionen auf sein Verhalten in der Pressekonferenz.

Aber Deutschland wollte es ja so, also lebt auch mit einem solchen Außenminister. Ich muss es ja auch, wenn auch mit großem Widerwillen… Aber so ist sie halt, die Demokratie. Zumindest für mich. Bei Westerwelle habe ich da so meine Zweifel – ich hab ja schon geschrieben, dass ich voreilige Entscheidungen, jede mögliche andere Koalation selbst im Gegensatz zu potentiellem Wählerwillen auszuschließen, wie es Westerwelle und die FDP getan hat, für undemokratisch halte (dies gilt fairerweise für alle Parteien, die solche Aussagen treffen). Natürlich kann ich vor der Wahl sagen, mit wem ich am liebsten will – aber alles andere abzulehnen, egal, was der Wähler sagt… Okay, Ypsilanti in Hessen war da noch eine Stufe ärgerlicher, wie man weiß…

Dazu passt, dass ich ein paar Tage vor der Wahl ungefragt und unaufgefordert einen an mich adressierten FDP-Werbebrief erhalten habe – nicht einmal an meine Privatadresse, sondern an meine (im übrigen nicht einmal ganz vollständige) Büroadresse. Gibt es da nicht mittlerweile ein paar rechtliche Vorschriften gegen unerlaubte Werbung?Bis zur direkten Entsorgung des Briefes hat das schon einen ziemlichen internen Arbeitsaufwand erfordert.

Liebe FDP in Berlin: „Ich widerspreche der Nutzung, Verarbeitung und/oder Übermittlung meiner Daten zu Werbezwecken oder für die Markt- und Meinungsforschung gem. § 28 Absatz 4 Bundesdatenschutzgesetz.“ Und zwar für immer. Das gilt für meine Büroadresse wie auch für meine private Adresse.

Ihr wisst doch bestimmt (sonst macht euch mal schlau), dass andernfalls Ordnungsgelder bis zu 250.000 Euro verhängt werden können…

Wer sich Westerwelles Auftritt anschauen will, wird hier bei YouTube fündig.

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von: Elmar Friebe

Ausgebildet als Lehrer mit Zweitem Staatsexamen war ich in den 80er-Jahren von einem bundesweiten Einstellungsstopp betroffen. So landete ich Ende der 80-Jahre bei einem Computer-Magazin und bin seitdem als IT-Journalist tätig - und bereue es in keinster Weise. Dieser Blog ist eine rein private Webseite - und ich freue mich immer über interessante, positive oder kritische Kommentare zu den Beiträgen. Zu finden bin ich auch bei Google+ und bei Facebook.

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