Bundespräsident Wulff beschädigt unwiderruflich die Würde des Bundespräsidentenamts

2.1.2012: Fast möchte man glauben, das alles sei aus der Ideenschmiede eines Drehbuchautoren entsprungen. Denn dass sich der Inhaber des höchsten Amtes der Bundesrepublik, Christian Wulff, selbst und höchstpersönlich ans Telefon bemüht und einem Chefredakteur Konsequenzen für eine Berichterstattung androht, das erinnert irgendwie fatal an Watergate – und auch das war ja bekanntlich keine Phantasie, sondern bittere Realität, die zum Ende Nixons führte. Nun soll, so Focus Online, Wulff noch weitere Anrufe getätigt haben. Damit hat Wulff eine Grenze überschritten, die er nie wieder schließen kann.

Zumal bei all dem unglaublichen und völlig naiv-dilletantischen Vorgehen von Seiten Wulffs ja nicht vergessen werden kann und darf, wer denn die Ursache für all die Diskussionen war. Es war nicht etwa der Springer-Verlag, es war Wulff selbst, der einen Kredit wollte und bekam – unter nach wie vor nicht ganz geklärten Gegebenheiten.

Und wie ich es schon in manchen Beiträgen etwa zu Ungarns Versuchen, die Pressefreiheit aufzuheben, befürchtet habe, greift der Virus um sich und hat Wulff längst erfasst – die Versuchung, Einfluss zu nehmen, ist ja auch groß. Auch in Italien gab es ja ähnliche Bestrebungen.

Zum Glück funktioniert die Pressefreiheit in Deutschland als einer der wichtigsten  Grundpfeiler unserer Demokratie nach wie vor.

Wulff hat damit wie kein anderer Bundespräsident in der Geschichte das Amt so sehr beschädigt, dass er im Grunde für das Ansehen der Bundesrepublik völlig unhaltbar geworden ist.

Wen interessiert denn jetzt noch irgendeine Aussage eines solchen Bundespräsidenten? Eine Weihnachtsansprache kann sich Wulff künftig schenken – gut, seine letzte habe ich mir ja auch schon nicht mehr angeschaut, weil mich in keinster Weise mehr interessiert, was Wulff noch zu sagen hat. Viel Wichtiges hatte dieser Bundespräsident von Merkels Gnaden ja eh noch nicht geäußert… Seine scheibchenweise Aussage-Taktik in bester Guttenberg’scher Manier hat Wulffs Glaubwürdigkeit hingegen völlig erschüttert.

Es wäre gut, wenn sich Wulff immerhin an einem Vorbild Guttenbergs orientieren würde und so schnell wie möglich zurücktritt. Denn ab sofort kann er sicher sein, dass er unter lückenloser Beobachtung stehen wird.

In der objektiven Presse wird Wulff jedenfalls wohl nie wieder Freunde finden.

Einen wirklich guten Kommentar zu dem Thema gibt es übrigens bei Meedia.de nachzulesen, dem kaum etwas hinzuzufügen ist…

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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