Amerika in Person des Journalistik-Professors Jeff Jarvis äußert sich empört über deutsche Streetview-Verpixelungen

Auf dem Blog von Buzzmachine.com hat der ach so berühmte amerikanische Journalistik-Professor Jeff Jarvis einen Beitrag unter dem Titel „Germany, what have you done?“ verfasst. Er ist schockiert darüber, dass es in Deutschland möglich war, dass deutsche Bürger Widerspruch gegen die Veröffentlichung ihrer Häuser durchGoogle Streetview eingelegt haben und damit die Häuser verpixelt wurden. Hässlich findet er es, er ist traurig und total verärgert, wie er schreibt. Besämend, nennt er es. Was haben wir Deutschen nur mit unserem „Deutschnet“ getan, schreibt er. Und vergisst dabei nicht, zu erwähnen dass natürlich keine Verbindung zu Nazis und zur Stasi zu sehen ist, die Verbindung sollen angeblich die Grünen getroffen haben, nicht er. Ja, warum dann doch ein ganzer Absatz dazu?

Nachdem ich seinen Artikel gelesen hatte, konnte ich nicht anders, als auch  einen Kommentar dort abzugeben. Und hier muss ich das auch noch tun. Denn es sind einige Punkte bei Jeff Jarvis, die ich selbst hässlich finde, die mich traurig machen und total verärgern.

1. „Germany, what have you done?“

Lieber Jeff Jarvis, es waren 244.237 Widersprüche, das sind weniger als 3 Prozent aller erfassten Haushalte. Ja, das ist wirklich Deutschland insgesamt… Die ganze Nation hat sich gegen ein Unternehmen aufgelehnt, gegen ein amerikanisches Unternehmen… Ja, so kann man das aus einer typisch überheblichen amerikanischen Sicht aus wohl sehen…

Mal ganz davon abgesehen: Manchmal waren ja die Widersprüche nicht einmal erfolgreich und es gab (wer hätte das gedacht?) eine Panne – es war mal wieder ein Software-Fehler, wie Google meldete… Komisch, irgendwie sind ja auch pannenmäßig WLAN-Daten bei den Streetview-Aufnahmen  bei Google gelandet, wenn ich mich recht erinnere….

2. „At the Grünen event and elsewhere when I’ve spoken about this topic in Germany, Germans have raised the Stasis and Nazis (I didn’t).“

Wirklich? Na klar, deshalb muss man das ja auch noch einmal ausdrücklich erwähnen. Also steckt der Gedanke doch wohl im Kopf. Irgendwie erinnert mich der Beitrag von Jeff Jarvis an die berühmten Worte des ach so herlich eloquenten und dummen Donald Rumsfeld mit seinem „Alten Europa“ aus dem Jahr 2003. Er ist hier ausgesprochen beliebt seitdem…

3. „Ugly, isn’t it? Embarrassing, I’d say.“

Lieber Jeff Jarvis, hässlich und beschämend sind Verpixelungen bestimmt nicht. Hässlich und beschämend sind Lager wie Guantanamo oder Foltermethoden wie Waterboarding. Soll ich jetzt auch sagen „America, what have you done?“

Ich habe übrigens keinen Widerspruch gegen Streetview eingelegt, weil ich das für eine Farce halte und der Aufregung nicht Wert, obwohl ich durchaus Bedenken verstehen kann. Aber die Frechheit, eine ganze Nation zu verurteilen, weil ein paar Leute nicht das tun, was Amerikaner und insbesondere Jeffe Jarvis wollen, empfinde ich als absolute Unverschämtheit. Warum fallen mir da jetzt nur ein paar Gallier und ein Spruch wie „Die spinnen, die…“ ein?

Ach ja: Absolut krank finde ich Leute (siehe auch die Kommentare zum Artikel von Buzzmachine.com) , die jetzt schon ankündigen, Listen zusammenzustellen, um  genau die Häuser in Google Maps als „Sehenswürdigkeit“ zu zeigen, die sich bei Google Streetview verweigert haben. Ist das nicht einfach nur ein völlig kindisches Getue nach dem Motto „Ätsch! Jetzt erst recht!“?

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Elmar FriebeDas ist ein Beitrag von:

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